Asien

Dänischer Militäranalytiker warnt Europa vor weiterer Flüchtlingswelle aus Afghanistan

Der Bürgerkrieg in Afghanistan könnte eine weitere Flüchtlingswelle Richtung Europa auslösen. Das prophezeit ein dänischer Militär- und Afghanistanexperte. Dies sei auf den Abzug ausländischer Truppen zurückzuführen. Bereits jetzt verlassen täglich Tausende Menschen aus Angst vor den Taliban das Land.
Dänischer Militäranalytiker warnt Europa vor weiterer Flüchtlingswelle aus AfghanistanQuelle: Reuters © Umit Bektas

David Vestenskov, ein Militäranalytiker aus Dänemark, hat erklärt, der Rückzug der westlichen Streitkräfte und das Vorrücken der Taliban bedeute für Afghanistan düstere Aussichten. Diese beinhalten ein fundamentalistisches islamistisches Regime beziehungsweise ein komplettes Chaos und einen Bürgerkrieg in dem ohnehin schon kriegszerrütteten Land, hieß es weiter.

Landgewinne der Taliban in Afghanistan nach dem Abzug der westlichen Truppen veranlassten derzeit Tausende von Menschen zur Flucht in Richtung Westen, so David Vestenskov, Chefberater einer Verteidigungsakademie, der die Situation in Afghanistan seit zehn Jahren beobachtet. Der Experte präzisierte:

"Der Westen hat sich entschieden, sich ohne politische Vereinbarungen oder Aussichten auf politische Vereinbarungen zurückzuziehen. Dies hinterlässt ein Sicherheitsvakuum."

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) fliehen jede Woche rund 30.000 Afghanen aus dem Land. Das sind bis zu 40 Prozent mehr als vor dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan. Auch im Inland werden verstärkt Menschen vertrieben. Dies, so Vestenskov, berge die Gefahr einer neuen Flüchtlingswelle in Richtung Europa:

"Ein Bürgerkrieg mit verschiedenen Fronten schafft die schwierigsten Bedingungen für eine Zivilbevölkerung. Und die einzige Überlebenschance kann die Flucht sein."

Laut Vestenskov ist die Angst bei jenen Menschen am größten, die für die westlichen Truppen gearbeitet und diese unterstützt haben. Die meisten Afghanen würden zunächst versuchen, ins benachbarte Pakistan oder nach Iran zu fliehen. Von dort aus würden sich aber viele Menschen in Richtung Europa bewegen. Dies sei bereits an der türkischen Grenze spürbar. So meldeten vergangene Woche türkische Behörden ein Boot in der Ägäis mit mehr als 200 afghanischen Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa. Vestenskov machte klar:

"Kurzfristig fällt es mir schwer, eine positive Entwicklung zu sehen."

Auf lange Sicht könne jedoch aus einem Bürgerkrieg etwas Nachhaltiges entstehen. Der Experte betonte, ohne westliche Hilfe würden die Menschen in Afghanistan einen internen Konflikt durchleiden müssen, bevor sich eine nachhaltige Machtstruktur etabliert:

"Es wird einige politische Lösungen erzwingen, die nachhaltigere Voraussetzungen haben, wenn der Westen nicht in die Gleichung einbezogen wird."

Im Jahr 2020 war Afghanistan nach Syrien weltweit der zweitgrößte Ursprung von Flüchtlingsbewegungen. In den vergangenen Monaten eskalierte die Situation, nachdem die seit zwei Jahrzehnten im Land stationierten US-geführten westlichen Streitkräfte mit dem Rückzug begonnen hatten. Bis auf wenige US-Einheiten verließen sämtliche westlichen Truppen Afghanistan. Dies bietet den Taliban eine Chance, die Macht im Land zu ergreifen.

Mehr zum Thema - Taliban attackieren Flughafen Kandahar: Zwei Raketen schlagen auf Start- und Landebahn ein

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team