Asien

Donald Trump kritisiert Biden: "Taliban halten Paraden mit unseren Waffen ab"

Nach Donald Trumps Ansicht erfolge der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan nicht ordnungsgemäß. Joe Biden mache "einen Fehler nach dem anderen", wodurch den Taliban Waffen und Material überlassen werde. Länder aus der Region beobachten die Situation ebenfalls besorgt.
Donald Trump kritisiert Biden: "Taliban halten Paraden mit unseren Waffen ab"Quelle: www.globallookpress.com © Rahmatullah ALizadah / XinHua

Der 45. US-Präsident Donald Trump hat auf einem Treffen der Konservativen in Dallas das Vorgehen seines Nachfolgers Joe Biden beim Abzug der US-Truppen aus Afghanistan scharf kritisiert. Biden habe verschwenderisch und unverantwortlich gehandelt und mache "einen Fehler nach dem anderen". Trump habe sämtliche militärische Ausrüstung und anderes Eigentum der US-Armee aus Afghanistan mitnehmen wollen, während Biden dieses nun faktisch den vorrückenden Taliban überlasse. Dabei gehe es um US-Eigentum im Wert von insgesamt rund einer Milliarde Dollar, das jetzt auf afghanischen Märkten gehandelt werde. Trump führte aus:

"Ich habe mit unserem Militär darüber gesprochen, alles aus Afghanistan zurückzuholen, und zwar jeden Nagel. Sehen Sie sich an, was jetzt passiert. Die Taliban halten Paraden mit unseren Waffen ab. Das ist inakzeptabel."

Tatsächlich rücken die Taliban dort schnell vor, wo sich die US-Truppen und ihre Verbündeten zurückziehen. Im Norden wurden wichtige Bezirke wie Kandahar und Badachschan mit wenig oder gar keinem Widerstand der afghanischen Streitkräfte erobert. Viele Soldaten flohen über die Grenze nach Tadschikistan. Der strategisch wichtige Luftwaffenstützpunkt Bagram war erst kürzlich von der US-Armee quasi "über Nacht" geräumt worden, ohne die afghanische Regierung darüber zu informieren.

Dort und auch an anderen Orten war es Plünderern möglich geworden, sich an dem von den Amerikanern zurückgelassenen Material zu bedienen. Armeegeneral Austin Scott Miller, der den Abzug der Truppen aus Afghanistan überwacht, bezeichnete den Vormarsch der Taliban als einen Grund zur Sorge. In einem Interview mit ABC News sagte er:

"Wir sollten besorgt sein. Der Verlust von Terrain und die Schnelligkeit dieses Verlustes ist – muss – besorgniserregend sein. Zum einen unter territorialem Gesichtspunkt in einem Krieg, aber es gibt auch eine psychologische oder moralische Komponente. Hoffnung spielt hier eine Rolle. Und Moral spielt auch eine Rolle. Denn wenn man sieht, wie sich die Taliban durch das Land bewegen, will man nicht, dass die Menschen die Hoffnung verlieren und glauben, dass nun alles vergebens sei."

Miller äußerte die Befürchtung, dass Afghanistan in einen (neuen) Bürgerkrieg verfallen werde, sobald die US-Truppen vollständig abzogen seien. Russland und die Türkei haben bereits ihre Konsulate in der Provinz Balch im Norden des Landes geschlossen, andere Länder haben ihre konsularischen Dienste dort eingeschränkt.

Das Nachbarland Tadschikistan gab bekannt, 20.000 Reservisten zur Verstärkung seiner Grenze zu Afghanistan einsetzen zu wollen. Im Nachbarland Turkmenistan wurde die Grenze mit Spezialkräften sowie Panzer- und Artillerieeinheiten verstärkt. Auch in Moskau beobachte man die Situation "sehr genau" und stelle fest, dass eine "Destabilisierung" im Gange sei, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow mitteilte.

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