Asien

Impfskepsis: Hongkong bleibt auf Millionen BioNTech-Impfdosen sitzen

Das Interesse der Hongkonger am BioNTech-Impfstoff ist so gering, dass das Vakzin in den Kühlschränken verfällt. Die Regierung überlegt, den Impfstoff an Indien zu spenden. Zusätzliche freie Tage soll bei Angestellten im öffentlichen Sektor den Impfanreiz wecken.
Impfskepsis: Hongkong bleibt auf Millionen BioNTech-Impfdosen sitzenQuelle: www.globallookpress.com

In Hongkong wurden strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhängt. Seit Beginn der Pandemie wurden 11.836 Coronavirus-Infektionen und 210 Todesfälle gemeldet, die im Zusammenhang mit einer Infektion stehen sollen. 

Von 3,3 Millionen BioNTech-Impfdosen, die nach Hongkong geliefert wurden, sind bis jetzt nur 1,2 Millionen Dosen verimpft worden. Angedacht war, 6,5 Millionen der Einwohner mit BioNTech und dem chinesischen Impfstoff Sinovac zu impfen. Die Zahl der Neuinfektionen jedoch scheint den Hongkongern so unerheblich zu sein, dass sich bisher nur 19 Prozent haben impfen lassen. 14 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Pro Tag wird derzeit ein positiver Coronavirus-Befund gemeldet. Zudem scheint bei den Bürgern Hongkongs die Impfskepsis besonders gegenüber dem chinesischen Präparat groß. Mitte August werden die zwei Millionen gelagerten Impfdosen verfallen. 

Thomas Tsang, Mitglied der Impfkommission Hongkongs, verwies auf andere Länder wie Indien, in denen dringend benötigter Impfstoff fehlt, während die Vakzine in Hongkong verfallen: 

"Nach dem Verfallsdatum können sie nicht mehr genutzt werden, und die Impfzentren für BioNTech werden laut dem bisherigen Plan ab Ende September ihre Arbeit einstellen." 

Um den Hongkongern eine Impfung schmackhaft zu machen, sollen öffentlich Angestellten zusätzliche freie Tage gewährt werden, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Idee eines monetären Anreizes oder von Gutscheinen fand bei der Regierungschefin Carrie Lam keinen Anklang. Dies könnte ihrer Meinung nach einen gegenteiligen Effekt bewirken. 

Auch unter den Angestellten des Gesundheitswesens der Sonderwirtschaftszone gibt es eine weitverbreitete Impfskepsis. Anfang des Monats hieß es von Seiten der Krankenhausbehörde, dass sich nur ein Drittel des Personals der Krankenhäuser habe impfen lassen. Als nächstes sollen Flüchtlinge und Asylsuchende geimpft werden. 

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