Asien

Studie aus Indien: Infizieren sich Brillenträger seltener mit dem Coronavirus?

Laut einer Studie aus Indien sollen sich Brillenträger weitaus seltener mit dem Coronavirus infizieren, da sie ihre Augen weniger berührten und somit eine Art der Verbreitung des Virus ausscheide. Schon eine Studie aus China kam 2020 zu einem ähnlichen Ergebnis.
Studie aus Indien: Infizieren sich Brillenträger seltener mit dem Coronavirus?Quelle: Gettyimages.ru

Untersuchungen aus Indien haben ergeben, dass Brillenträger sich weitaus seltener mit dem Coronavirus infizieren als Personen ohne Brille. Schon im letzten Jahr war ein mutmaßlicher Schutz durch das Tragen einer Brille ein Thema in den Medien. Das Coronavirus verbreitet sich, wie mittlerweile allgemein bekannt ist, auf verschiedene Art und Weise aus. Zum Beispiel auch über die Übertragung von Keimen auf die Augen durch Berührung oder Reiben.

Laut der neuen Studie, die auf der Plattform medRxiv.com veröffentlicht wurde, aber noch nicht das sogenannte Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, berühren Brillenträger ihre Augen weitaus seltener und sind daher weniger anfällig für eine Verbreitung des Virus auf diese Weise.

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen im Durchschnitt 23-Mal pro Stunde ihr Gesicht und dreimal pro Stunde ihre Augen berühren. Dementsprechend entbrannte auch früh eine Debatte darüber, ob das Tragen von Kontaktlinsen nicht riskanter sei, als das Tragen einer Brille.

In der Studie mit 304 Personen im Alter zwischen zehn und 80 Jahren, zwei Drittel von ihnen männlich, gaben 19 Prozent an, eine Brille zu tragen. Die Forscher fanden heraus, dass diese Gruppe eine zwei- bis dreimal geringere Wahrscheinlichkeit hatte, sich mit dem Virus zu infizieren. Langfristiges Tragen einer Brille kann wiederholtes Berühren und Reiben der Augen verhindern", so der Bericht, der die Augen als möglichen "signifikanten Infektionsweg" nennt.

Eine ähnliche Studie, die in China durchgeführt und im letzten Herbst veröffentlicht wurde, stellte die Theorie auf, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Brillenträger mit dem Coronavirus infiziert seien, fünfmal geringer sei. "Unser Hauptbefund war, dass Patienten mit COVID-19, die täglich über einen längeren Zeitraum eine Brille tragen, relativ selten waren, was ein vorläufiger Beweis dafür sein könnte, dass tägliche Brillenträger weniger anfällig für COVID-19 sind", schlussfolgerten die Forscher des Second Affiliated Hospital der Nanchang University, nachdem sie diesen Trend bei den Patienten festgestellt hatten.

Mehr zum Thema - Medienbericht: Bundesregierung soll an digitalem Impfpass arbeiten