Asien

Peking: Werden mit US-Journalisten zusammenarbeiten, wenn chinesische Reporter fair behandelt werden

Auslaufende chinesische Presseausweise von US-Journalisten wurden zurückgehalten, da sich ein Gerangel zwischen Peking und Washington um Journalistenvisa fortsetzt. Zu den US-Medien, die von Pekings Entschluss betroffen sind, gehören Bloomberg, CNN und das Wall Street Journal.
Peking: Werden mit US-Journalisten zusammenarbeiten, wenn chinesische Reporter fair behandelt werdenQuelle: Reuters © Jason Lee

Chinesische Journalisten in den Vereinigten Staaten warten darauf, dass ihre abgelaufenen Arbeitsvisa erneuert werden. Berichten zufolge wurde ihnen der Aufenthalt in den Vereinigten Staaten während einer 90-tägigen Karenzzeit gestattet, die Anfang November abläuft.

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums Hua Chunying twitterte:

Wir würden uns freuen, unsere ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den US-Journalisten hier fortzusetzen, wenn chinesische Journalisten in den USA fair behandelt werden.

Sie teilte mit, dass die Visa-Verlängerungsanträge eines CNN-Journalisten und einiger anderer US-Journalisten derzeit bearbeitet würden, und fügte hinzu:

Sie können hier weiterhin problemlos leben und arbeiten.

Der Brite Jeremy Page vom Wall Street Journal, der US-amerikanische CNN-Reporter David Culver sowie zwei nicht US-amerikanische Bloomberg-Journalisten erhielten Briefe, die es ihnen erlauben, mit ihren abgelaufenen Presseausweisen noch etwa zwei Monate lang in China zu arbeiten, hieß es in den Medien.

CNN bestätigte, dass einem seiner in Peking ansässigen Journalisten kürzlich ein Visum mit einer Gültigkeit von zwei Monaten ausgestellt wurde.

Die Beziehungen zwischen Peking und Washington verschlechterten sich in letzter Zeit aufgrund einer Reihe von Problemen. Im März reduzierten die USA die Zahl der chinesischen Staatsbürger, die in den US-Büros der wichtigsten chinesischen Staatsmedien arbeiten dürfen, von 160 auf 100. Fünf chinesische Staatsmedien wurden als Auslandsvertretungen definiert, wodurch die Journalisten einer verschärften Kontrolle unterworfen wurden. 60 chinesische Journalisten mussten daraufhin das Land verlassen. Im Zuge einer "Retourkutsche" wies China etwa ein Dutzend US-amerikanische Journalisten aus, die für die New York Times, das Wall Street Journal und die Washington Post arbeiteten.

China gibt an, dass seit 2018 etwa 30 seiner Journalisten Verzögerungen bei der Genehmigung von Visa auf unbestimmte Zeit erfahren haben oder dass ihnen ein Visum für die USA verweigert wurde. Das chinesische Außenministerium prangerte die politische Verfolgung und Unterdrückung chinesischer Journalisten als etwas an, das "die Mentalität des Kalten Krieges und die ideologische Voreingenommenheit der USA widerspiegelt".

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