Asien

Indiens Arbeitslosenquote bleibt trotz schrittweiser Aufhebung der Corona-Maßnahmen hoch

Trotz der langsamen Aufhebung der landesweiten Ausgangssperre in Indien bleibt die Arbeitslosenquote sehr hoch. Dies stellt das indische Zentrum für Wirtschaftsbeobachtung fest. Man weist darauf hin, dass ein großer Anteil Arbeitswilliger keine Arbeit findet.
Indiens Arbeitslosenquote bleibt trotz schrittweiser Aufhebung der Corona-Maßnahmen hochQuelle: Reuters © Adnan Abidi

Nach Angaben des indischen Zentrums für Wirtschaftsbeobachtung CMIE lag die Arbeitslosenquote im Land in der Woche vom 11. bis zum 17. Mai bei 24 Prozent und blieb damit gegenüber der Vorwoche unverändert.

Dem Bericht der Organisation zufolge stieg die Erwerbsquote jedoch auf 38,8 Prozent, da sich die Industrie nach dem landesweiten Corona-Lockdown allmählich zu öffnen beginnt. Das CMIE erklärte:

Mitte Mai scheint die Arbeitslosenquote etwa auf dem gleichen Niveau zu liegen wie im April, meist um Haaresbreite höher.

Im Mai hat zudem ein Superzyklon schwere Schäden im Land hinterlassen. Am Sonntag registrierte Indien 6.767 neue Fälle des Coronavirus, den bisher größten Ansprung innerhalb eines Tages, so dass sich die Gesamtzahl auf über 131.000 erhöhte.

In dem Bericht heißt es auch, dass sich die leichten Lockerungen des Lockdowns seit dem 20. April noch nicht positiv auf die Arbeitslosenquote ausgewirkt haben:

Eine anhaltend hohe Arbeitslosenquote deutet darauf hin, dass ein großer Teil der arbeitswilligen Arbeitskräfte keine Arbeit finden kann.

Statistiken zeigen, dass im urbanen Indien eine höhere Arbeitslosenquote herrscht – 27 Prozent im Vergleich zu 23 Prozent auf dem Land – und eine niedrigere Erwerbsquote von 34 Prozent, verglichen mit 41 Prozent im ländlichen Indien.

Laut dem CMIE herrscht im Land nach wie vor Unsicherheit darüber, wann der Lockdown aufgehoben wird sowie über die Art der wirtschaftlichen Aktivität, die sich nach der Ausgangssperre entwickeln soll. Auch die Sorge vor der Krankheit selbst, vor einem Mangel an medizinischen Einrichtungen sowie vor dem plötzlichen Verlust der Lebensgrundlage, spiele eine Rolle. Außerdem sorge das traumatische Erlebnis des Lockdowns dafür, dass sich die Arbeitskräfte von der Arbeit fernhalten werden.

Die Wiederherstellung der Wirtschaft nach Beendigung der Ausgangssperre sei daher eine große Herausforderung. Es wird erwartet, dass die wichtigste Komponente in dem von der Regierung angekündigten Hilfspaket – die vereinfachte Kreditvergabe an kleine und mittelständische Unternehmen und Straßenhändler – keine große positive Wirkung haben wird.

In der vergangenen Woche kündigte Indiens Premierminister Narendra Modi ein neues Konjunkturpaket an. Dieses umfasst 266 Milliarden US-Dollar – etwa zehn Prozent des BIP des Landes.

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