Asien

Kim Jong-un zeigt sich nach wochenlanger Abwesenheit in Öffentlichkeit

Die Abwesenheit von Kim Jong-un hat zahlreiche Spekulationen über seine Gesundheit ausgelöst. Nach 20 Tagen zeigt sich der nordkoreanische Staatschef plötzlich wieder. Laut Medienberichten soll er am Freitag eine Düngemittelfabrik nördlich von Pjöngjang eröffnet haben.
Kim Jong-un zeigt sich nach wochenlanger Abwesenheit in ÖffentlichkeitQuelle: Reuters © KCNA

Rund drei Wochen war Kim Jong-un von der Bildfläche verschwunden. Nun zeigte sich der nordkoreanische Staatschef laut Berichten der Staatsmedien wieder in der Öffentlichkeit. Der Staatschef habe an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik nördlich von Pjöngjang teilgenommen. Die Feierlichkeiten hätten am Freitag stattgefunden. Die Zeitung Rodong Sinmun zeigte Bilder von Kim Jong-un, wie er ein rotes Band zerschneidet und sich lächelnd im Kreis von Funktionären bewegt.

Von der Zeremonie in der Fabrik hieß es, Kim Jong-un habe sich mehrere Orte auf dem Fabrikgelände angesehen und sich über den Produktionsprozess informieren lassen. Er habe sich über das Geschaffene zufrieden geäußert und über die Aufgabe gesprochen, "unsere chemische Industrie mit korrekter Orientierung zu entwickeln, wie es das neue Jahrhundert erfordert".

Die staatlichen Medien hatten 20 Tage lang nicht mehr von öffentlichen Aktivitäten des Obersten Führers berichtet. Insbesondere nachdem er bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag seines Großvaters und früheren Staatschefs Kim Il-sung am 15. April in Pjöngjang gefehlt hatte, hielten sich hartnäckig Gerüchte, Kim Jong-un sei ernsthaft erkrankt.

Der Auftritt des nordkoreanischen Staatschefs dürfte solche Spekulationen vorerst beenden. Ein Grund dafür, dass er wochenlang von der Bildfläche verschwunden war, wurde jetzt in den örtlichen Medien nicht genannt.  

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Dass Kim Jong-un längere Zeit nicht öffentlich in Erscheinung tritt, ist nicht ungewöhnlich. Im Jahr 2014 war er fast sechs Wochen von der Bildfläche verschwunden. Danach zeigte er sich mit einem Gehstock. Der Geheimdienst in Südkorea vermutete damals, dass dem nordkoreanischen Staatschef eine Zyste am Sprunggelenk entfernt worden war. 

rt/dpa