Asien

Weder Labor noch Frischmarkt? Ausbruch von COVID-19 begann Studie zufolge nicht in Wuhan

Das neuartige Coronavirus könnte Monate vor dem Ausbruch in der Stadt Wuhan irgendwo in Südchina zum ersten Mal auf den Menschen übergegangen sein. Dies ergab eine neue Studie, die sich gegen weit verbreitete Theorien über den Ursprung der Pandemie richtet.
Weder Labor noch Frischmarkt? Ausbruch von COVID-19 begann Studie zufolge nicht in WuhanQuelle: www.globallookpress.com © COVER Images

Ein Forscherteam unter Leitung eines Genetikers der Universität Cambridge stellte fest, dass die erste COVID-19-Infektion bereits im September in einer Region südlich von Wuhan aufgetreten sein könnte. Bevor der Erreger zu einer tödlicheren Form mutierte, könnten Menschen bereits zu Trägern geworden sein.

"Das Virus mag vor Monaten zu seiner endgültigen 'human-effizienten' Form mutiert sein, blieb aber mehrere Monate lang in einer Fledermaus oder einem anderen Tier oder sogar Menschen, ohne andere Individuen zu infizieren", sagte der Genetiker Peter Forster der South China Morning Post. Er leitet die laufende, jedoch noch nicht begutachtete Untersuchung, die kürzlich im Magazin Proceedings of the National Academy of Sciencesveröffentlicht wurde.

Dann begann es zwischen dem 13. September und dem 7. Dezember, Menschen zu infizieren und sich unter ihnen auszubreiten, wodurch das Netzwerk entstand, das wir in der Studie vorstellen.

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Obwohl davon ausgegangen wird, dass das Virus von Fledermäusen auf ein anderes Wirtstier – Pangoline kämen dafür als Nächste in Frage – und schließlich auf den Menschen übertragen wurde, könnten die neuen Erkenntnisse die vorherrschenden Vorstellungen davon umwälzen, wie, wann und wo genau es vom Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. Ursprüngliche Theorien gingen davon aus, dass der Übergang auf den Menschen auf einem sogenannten "wet market" (zu Deutsch etwa "Frischmarkt") in Wuhan stattfand. Die neue Studie stellt dies in Frage und legt nahe, dass die COVID-19-Pandemie ihren Ursprung südlich der zentralchinesischen Stadt haben könnte.

Wenn man mich zu einer Antwort drängt, würde ich sagen, dass die ursprüngliche Ausbreitung eher in Südchina als in Wuhan begann", so der leitende Forscher. 

Zuverlässige Schlussfolgerungen könnten jedoch erst gezogen werden, wenn mehr Fledermäuse und andere potenzielle Wirtstiere sowie Gewebeproben früher Patienten analysiert wurden, warnte Forster.

"Aber es ist die beste Annahme, die wir im Moment treffen können, da die Analyse weiterer Patientenproben noch aussteht, die 2019 in Krankenhäusern gelagert wurden", sagte der Forscher in einem separaten Interview mit Newsweek.

Bezüglich der aufgeworfenen Fragen über den Ursprung der Pandemie haben in letzter Zeit eine Reihe kontroverser Theorien an Bedeutung gewonnen. Mehrere große US-Medien berichteten in dieser Woche, dass das Virus möglicherweise aus einem Hochsicherheits-Virologielabor in Wuhan entwichen sei.

Obwohl US-Präsident Donald Trump sich dieser Behauptung noch nicht uneingeschränkt angeschlossen hat, sagte er, das Weiße Haus prüfe derzeit die These und mache Peking gleichzeitig für die globale Gesundheitskrise verantwortlich. Trump hat das Land wiederholt der "Vertuschung" im Anfangsstadium des Ausbruchs beschuldigt und darauf bestanden, dass die Weltgesundheitsorganisation an der "Verschwörung" teilgenommen habe, um chinesischen Beamten zu helfen, Informationen zu verbergen.

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