Asien

Mehrere Raketen schlagen auf US-Basis in Afghanistan ein

Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Bagram in Afghanistan sind am Donnerstagmorgen mehrere Raketen eingeschlagen. Durch die Attacke gab es weder Tote noch Verletzte. Zu dem Angriff bekannte sich bislang niemand. Die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Angriff zurück.
Mehrere Raketen schlagen auf US-Basis in Afghanistan einQuelle: www.globallookpress.com © US Joint Staff

Das afghanische Innenministerium teilte am Donnerstag mit, dass Unbekannte fünf Raketen aus dem Heck eines Fahrzeugs auf den US-Stützpunkt abgefeuert hätten. Die NATO-Ausbildungsmission "Resolute Support" bestätigte den Raketenangriff auf Twitter. Demnach gab es keine Toten oder Verletzten. Die afghanischen Sicherheitskräfte würden den Vorfall untersuchen, hieß es in der Stellungnahme.

Ein Gouverneur der Provinz sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass zwei Raketen ein Wohngebiet getroffen hätten. Dabei sollen auch Schäden an Häusern entstanden sein. Drei der Raketen seien auf dem Flughafengelände der Basis eingeschlagen. Die Raketen seien nördlich des Stützpunkts aus einem Taliban-Gebiet abgefeuert worden.

Niemand bekannte sich bisher zu dem Angriff. Die Taliban dementierten, für den Angriff verantwortlich zu sein.

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Am Morgen kündigte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawid Faisal, die Freilassung von weiteren 100 Taliban-Kämpfern an. Am Mittwoch hatte die vereinbarte Freilassung inhaftierter Taliban begonnen, nachdem Regierungsvertreter und eine Taliban-Delegation eine Woche lang verhandelt hatten.

Die USA und die Taliban unterzeichneten am 29. Februar ein Abkommen, das einen schrittweisen Abzug aller internationalen Truppen aus Afghanistan vorsieht. Zudem soll es den Weg für innerafghanische Friedensgespräche ebnen. Bis zu 5.000 Gefangene der Taliban sollen laut dem Abkommen freikommen. Im Gegenzug hatte die militant-islamistische Gruppe den USA garantiert, dass von Afghanistan keine weitere Terrorgefahr ausgehen wird. Der gewaltsame Konflikt zwischen den Taliban und den afghanischen Sicherheitskräften geht seitdem jedoch weiter. (dpa)

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