Lateinamerika

Venezuela: Fake News, um Putschversuch zu verklären

US-Außenminister Mike Pompeo behauptete am Dienstag, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro in Folge des Putschversuches durch den Oppositionsführer Juan Guaidó nach Kuba fliehen wollte, aber von Russland daran gehindert wurde. Alle Genannten dementierten dies.
Venezuela: Fake News, um Putschversuch zu verklärenQuelle: AFP © Cristian Hernandez

Als die Lage insbesondere in der venezolanischen Hauptstadt Caracas am Dienstag unübersichtlich und chaotisch wurde, meldete sich Pompeo bei CNN zu Wort und behauptete, dass Maduro "ein Flugzeug auf dem Rollfeld" habe. Venezuelas Präsident wolle vor dem Aufruf Guaidós an das Militär zum Aufstand nach Kuba fliehen, so der US-Außenminister, doch die "Russen haben angedeutet, er sollte bleiben."

Am Abend meldete sich Nicolás Maduro zu Wort und verkündete die "Niederlage" des Putschversuchs, dabei griff er auch die Behauptung von Pompeo auf:

Mike Pompeo sagte, dass ich, Maduro, ein Flugzeug bereit hatte, um nach Kuba zu gehen, zu fliehen, und dass die Russen ihn von Bord geholt und ihm verboten haben, das Land zu verlassen. Mr. Pompeo, bitte, welch ein Defizit an Seriosität!

Sowohl das russische als auch das venezolanische Außenministerium prangerten den US-Außenminister wegen der "Fake News" an, wie sie es bezeichneten.

Fake News zu produzieren ist ein sehr trauriger Weg einzugestehen, dass der Putsch den Sie unterstützt haben, schon wieder gescheitert ist. Diplomatie sollte in der US-Regierung wiederhergestellt werden", sagte etwa der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza auf Twitter.

Auch Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, äußerte sich dazu gegenüber CNN:

Washington versucht alles, um die venezolanische Armee zu demoralisieren und benutzte jetzt Fake News als Teil eines Informationskrieges.

Unterdessen fand der aus seinem Hausarrest am Dienstagmorgen befreite Oppositionsführer Leopoldo López Zuflucht in der spanischen Botschaft in Caracas. Er galt als Rädelsführer der Proteste von 2014 und wurde deswegen zu knapp 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Am Morgen zeigte er sich noch zusammen mit seinem politischen Zögling Juan Guaidó auf der Straße. Als es offensichtlich wurde, dass sich der Putsch nicht wie gewünscht entwickelt, flüchtete er zunächst in die chilenische Botschaft, bevor ihn der spanische Botschafter Jesús Silva Fernández als "Gast" empfing. In der chilenischen Botschaft hätten sich bereits andere "Gäste" befunden, wie Chiles Außenminister Roberto Ampuero mitteilte.

US-Präsident Donald Trump warnte hingegen Kuba, dass die USA die "höchsten Sanktionen" gegen den Karibikstaat verhängen werden, wenn sich nicht "umgehend" kubanische "Militärs und Milizen" aus Venezuela zurückziehen.

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez wandte sich daraufhin an die Öffentlichkeit und bezeichnete Trumps nationalen Sicherheitsberater John Bolton als "pathologischen Lügner", der den US-Präsidenten falsch informiert. Kuba habe keinerlei Truppen in Venezuela, sondern lediglich "medizinisches Personal in humanitärer Mission."

Auf die Spitze trieb es derweil Mario Diaz-Balart, ein republikanisches Mitglied im US-Repräsentantenhaus in Washington, der in einer Sendung von Fox News am Dienstagabend behauptete, dass Russland wie vor 57 Jahren während der Kubakrise, Raketen mit nuklearen Gefechtsköpfen in Venezuela stationiert habe. Allerdings konnte er keinerlei Beweise für seine These in der Sendung aufbringen.  

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