
US-Experte zu Trumps Plänen: Erholung der Ölförderung in Venezuela dauert noch Jahrzehnte

Die Ölförderung in Venezuela wieder auf das Niveau der Jahrtausendwende zu bringen könnte Jahrzehnte dauern. Diese Meinung äußerte der US-amerikanische Energieexperte Tom Kloza gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Kloza, Chefanalyst für den Ölmarkt bei der amerikanischen Beratungsfirma Turner Mason & Co. und Leiter seiner eigenen Beratungsfirma Kloza Advisors, sagte insbesondere:
"Die Wiederherstellung der Ölförderung in Venezuela ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Venezolanisches Öl ist aufgrund seiner schwierigen Geografie, seines hohen Schwefelgehalts, seiner geringen Dichte und seiner hohen Viskosität äußerst komplex und kann nur von den modernsten Raffinerien verarbeitet werden. Seien Sie nicht überrascht, wenn Sie erhebliche Unterschiede in den Rentabilitätsschätzungen feststellen, die Analysten der Ölindustrie für dieses Land abgeben. Große amerikanische Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund 55 Milliarden Dollar in die Exploration und Förderung investiert. Das Beratungsunternehmen Rystad Energy schätzt, dass doppelt so viel erforderlich sein könnte, um die Ölförderung auf das Niveau vom Beginn des 21. Jahrhunderts zu bringen. Mit einer US-freundlichen Regierung könnte es relativ einfach sein, wieder auf zwei Millionen Barrel pro Tag zu kommen, aber offenbar kann das auch erst irgendwann später in diesem Jahrzehnt passieren."

Der Rückgang der Ölförderung wurde in erster Linie durch die US-Sanktionen und den Druck aus Washington beeinflusst. Laut Kloza betrug "die Ölförderung in Venezuela auf ihrem Höhepunkt im Jahr 1997 3,5 Millionen Barrel pro Tag", während "sie in letzter Zeit auf 900.000 Barrel pro Tag geschätzt wurde, von denen möglicherweise 500.000 bis 600.000 Barrel pro Tag für den Export bestimmt waren". Dabei hält der Experte die Rückkehr von US-Unternehmen nach Venezuela für äußerst problematisch und sagt dazu:
"Um ein Venezuela zu sehen, das internationalen Ölgesellschaften völlige Handlungsfreiheit gewährt, müsste man 50 Jahre zurückgehen. Es wird nicht einfach sein, Unternehmen wie ExxonMobil oder Conoco in ein Land zurückzuholen, das sie Milliarden gekostet hat."
Andere US-amerikanische Analysten des Ölmarktes vertreten eine ähnliche Meinung. So erklärte auch Kyle Shostak, Direktor der amerikanischen Investmentgesellschaft Navigator Principal Investors, in einem Gespräch mit TASS, dass die Steigerung der Ölförderung in Venezuela auf das Niveau zu Beginn der Amtszeit von Nicolás Maduro im Jahr 2013 selbst bei vollständiger Kontrolle der USA über das venezolanische Unternehmen PDVSA, die größte staatliche Erdölgesellschaft Lateinamerikas und Venezuelas größter Exporteur, Dutzende Milliarden US-Dollar kosten und bis zu zehn Jahre dauern würde. Seinen Angaben zufolge ist die Ölförderung in Venezuela aufgrund der Sanktionen und der Reduzierung der Ölexporte in die USA von 2,4 Millionen auf eine Million Barrel pro Tag zurückgegangen.
Der Experte glaubt, dass das nur möglich ist, wenn US-Firmen die vollständige Kontrolle im Ölbereich Venezuelas übernehmen und Giganten wie Chevron sich aktiv beteiligen. "Die Wiederaufnahme der Förderung kann bis zu zehn Jahre dauern und wird mit verschiedenen Schätzungen zwischen 60 und 70 Milliarden Dollar extrem teuer sein", meinte er.
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