Lateinamerika

Liveticker Venezuela-Krise – Venezuelas Generalstaatsanwalt wirft USA Terrorismus vor

Nach der Militäroperation und gewaltsamen Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Militärs soll in der westlichen Hemisphäre eine neue geopolitische Realität entstehen. US-Präsident Trump droht weiteren missliebigen Staaten in der Region und fordert Zugang zu Venezuelas Bodenschätzen. Die Nachwirkungen der sich rasch ausweitenden Krise sind in der ganzen Welt zu spüren.
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  • 6.01.2026 21:18 Uhr

    21:18 Uhr

    Russland erklärt sich solidarisch mit Venezuela

    Russland steht seinem langjährigen Verbündeten Venezuela "angesichts offensichtlicher neokolonialer Bedrohungen und bewaffneter Aggressionen von außen solidarisch zur Seite", erklärte das Außenministerium in Moskau wenige Tage nach der Entführung von Präsident Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte.

    Delcy Rodríguez, die bisherige Vizepräsidentin Venezuelas, wurde am Montag als Interimspräsidentin des Landes vereidigt.

    In einer Erklärung vom Dienstag bezeichnete das russische Außenministerium diesen Schritt als Zeichen der Entschlossenheit von Caracas, "die Einheit zu sichern" und "die Risiken einer Verfassungskrise zu mindern". Moskau bekräftigte seine "unerschütterliche Solidarität mit dem venezolanischen Volk und der venezolanischen Regierung".

    Russland sei bereit, Venezuela "jede notwendige Unterstützung zu gewähren", bekräftigte das Ministerium. "Wir bestehen nachdrücklich darauf, dass Venezuela das garantierte Recht haben sollte, sein Schicksal selbst zu bestimmen, ohne destruktive Einmischung von außen", erklärte das Ministerium und fügte hinzu, dass Lateinamerika und die Karibik "eine Zone des Friedens bleiben müssen".

    Am Samstag ordnete der Oberste Gerichtshof Venezuelas an, dass Rodríguez, die seit 2018 als Vizepräsidentin amtiert hatte, die Rolle der Interimspräsidentin übernehmen solle.

  • 19:00 Uhr

    Venezuelas Generalstaatsanwalt wirft USA Terrorismus vor

    Nach dem US-Angriff auf die venezolanische Hauptstadt Caracas und die Entführung von Präsident Nicolás Maduro hat der Generalstaatsanwalt des südamerikanischen Landes den USA Terrorismus vorgeworfen. "Der Militäreinsatz ohne eine Kriegserklärung oder eine Resolution des UN-Sicherheitsrats stellt eine illegale bewaffnete Aggression terroristischen Charakters dar", sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab. Die Festnahme von Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores erfüllte zudem den Tatbestand der Entführung.

    US-Elitesoldaten sind am Wochenende in Caracas in den Präsidentenpalast eingedrungen und haben Maduro gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dabei haben die US-Streitkräfte durch eine Hackerattacke die Stromversorgung in der Hauptstadt zeitweise lahmgelegt und so die Luftabwehr verhindert.

    Am Montag erschien Maduro erstmals vor einem Gericht in New York, wo ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden soll. Dabei wurde der venezolanische Staatschef mit Handschellen in einem offenen Wagen durch die Stadt kutschiert. 

    Saab rief den zuständigen US-Richter auf, sich für nicht zuständig zu erklären, da ein Verfahren gegen einen Staatschef nicht in seinen Kompetenzbereich falle. Zudem forderte er die sofortige Freilassung Maduros.

  • 18:30 Uhr

    Schüsse in Caracas: Sicherheitskräfte feuern auf Drohnen über Präsidentenpalast

    In der venezolanischen Hauptstadt Caracas kam es am Montag zu einem Schusswechsel im Regierungsviertel.

    Laut übereinstimmenden Medienberichten fielen die Schüsse in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes. Laut offiziellen Angaben der venezolanischen Behörden flogen mehrere unbekannte Drohnen ohne Genehmigung über den Palast. Die Sicherheitskräfte sollen Warn- und Abwehrschüsse abgegeben haben, um die Drohnen abzuschrecken.

    Aufnahmen in den sozialen Medien dokumentieren die chaotischen Szenen. Die Situation beruhigte sich nach kurzer Zeit wieder. Nach aktuellem Stand wurden keine Verletzten gemeldet.

    Der Vorfall ereignete sich in einer Phase höchster politischer Anspannung. Nur wenige Stunden zuvor war die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin vereidigt worden.

  • 17:40 Uhr

    RT-Korrespondent in Caracas zeigt Zerstörungen nach US-Bombardemt 

    Die USA haben ein Mehrfamilienhaus in einem Armenviertel von Caracas bombardiert. Die starke Zerstörung an dem Haus zeigt RT-Korrespondent Murad Gazdiev in seinem Bericht. Augenzeugen berichteten, dass aufgrund des amerikanischen Angriffs auf dieses Haus 20 Familien obdachlos geworden seien. Eine Frau kam ums Leben, 16 Menschen wurden verletzt. "Es gibt dort keine militärischen Einrichtungen", betonte der Reporter. Auch der Hafen wurde aus der Luft beschossen. In einem anderen Video zeigt Gadziev zerstörte Container und sonstige Hafensinfrastruktur. Auch ein in der Nähe stehendes Postgebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen. "Auch hier gibt es weit und breit keine Militärobjekte", kommentierte der Journalist die Trümmer. 

  • 17:20 Uhr

    Gustavo Enrique González López zum Kommandanten der Präsidentengarde ernannt

    Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, hat Gustavo Enrique González López zum neuen Kommandanten der Präsidentengarde ernannt. Das geht aus einem offiziellen Dekret der bolivarischen Republik hervor. Er ist damit als Sicherheitschef für die Unversehrtheit der Exekutive Venezuelas verantwortlich.

    Der frühere SEBIN-Geheimdienstler González López übernimmt das Amt von seinem Vorgänger Javier José Marcano Tábata, der erst seit Oktober 2024 als Chef der Präsidentengarde fungierte. Ob dieser auch als Leiter des DGCIM (militärische Spionageabwehr) abgelöst wurde, bleibt ungewiss; ebenso wie die Hintergründe der Personalentscheidung bezüglich der Führung der Präsidentengarde.

    Beide Geheimdienstler stehen auf der Sanktionsliste der USA und Kanadas, Gustavo Enrique González López wird auch von der EU sanktioniert. Zum Zeitpunkt der gewaltsamen Proteste im Jahr 2019 war González López Geheimdienstberater für das Büro des Präsidenten. 

    Sein Vorgänger könnte im Verdacht stehen, mit den US-Amerikanern zusammengearbeitet zu haben. Die Ernennung des altgedienten Geheimdienstlers González López nur wenige Tage nach der gewaltsamen Entführung des Staatspräsidenten Nikolas Maduro durch US‑Spezialdienste ist ein weiteres Zeichen der Verteidigungsbereitschaft der venezolanischen Regierung.

  • 16:35 Uhr

    Live im Fernsehen: Festnahme nach Kritik an US-Einsatz in Venezuela

    Während eines Live-Interviews in der Stadt Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan ist die Aktivistin Jessica Plichta von der Polizei festgenommen worden. Plichta hatte zuvor im TV scharf gegen den US-Militäreinsatz in Venezuela protestiert und erklärt, amerikanische Steuergelder würden für "Kriegsverbrechen" eingesetzt. Zudem rief die Organisatorin der Gruppe "Grand Rapids-Kriegsgegner" dazu auf, sich gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump zu stellen und die Freilassung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu fordern.

    Unmittelbar nach dem Interview nahmen zwei Polizeibeamte Plichta fest. Als Gründe nannten die Behörden die Behinderung einer Fahrbahn sowie die Missachtung einer polizeilichen Anordnung. Videoaufnahmen zeigen, wie sie abgeführt wird.

  • 15:00 Uhr

    Das russische Außenministerium versichert Venezuela Unterstützung

    Das russische Außenministerium hat in einer offiziellen Erklärung der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez zu ihrem Amt gratuliert und der bolivarischen Republik weitere Unterstützung zugesichert. Es hieß im Wortlaut:

    "Wir sind unsererseits bereit, dem befreundeten Venezuela weiterhin die notwendige Unterstützung zu gewähren. Wir sind der festen Überzeugung, dass Venezuela das Recht garantiert werden muss, sein Schicksal ohne destruktive Einmischung von außen selbst zu bestimmen."

  • 13:45 Uhr

    Die USA erwägen das Kapern eines Tankers unter russischer Flagge

    Die USA erwägen die Beschlagnahmung des unter russischer Flagge fahrenden Tankers "Marinera", der möglicherweise Öl aus Venezuela und Iran transportiert hat. Dies berichteten die Fernsehsender CNN und CBS News unter Berufung auf Quellen. Das Schiff wird im Atlantik seit mehreren Tagen von der US-Küstenwache verfolgt. Während der Verfolgung hat die Besatzung die panamaische Flagge gegen die russische ausgetauscht.  

    Zwei US-Beamte, die mit den Plänen für US-Militäroperationen vertraut sind, sagten gegenüber CBS News, dass die Operation zur Beschlagnahmung des Tankers bereits diese Woche beginnen könne, eine endgültige Entscheidung jedoch noch nicht getroffen worden sei. Der Fernsehsender weist darauf hin, dass die Situation die Verhandlungen zwischen Washington und Moskau über die Ukraine erschweren könne.

    Laut dem Fernsehsender wollen die amerikanischen Streitkräfte den Tanker nicht zerstören, sondern ihn lieber kapern, ähnlich wie bei der letzten Operation, als US-Marinesoldaten und Spezialeinheiten zusammen mit der Küstenwache den in Guyana registrierten Tanker "The Skipper" beschlagnahmten, nachdem das Schiff den Hafen in Venezuela verlassen hatte.

    Das russische Außenministerium bezeichnete die Verfolgung des russischen Öltankers "Marinera" durch die US-Marine und die NATO als anomale Situation. Das Ministerium betonte, dass der Tanker unter der Staatsflagge der Russischen Föderation und in voller Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts fahre.

    "Das Schiff der US-Küstenwache begleitet den Tanker "Marinera" bereits seit mehreren Tagen, obwohl sich unser Schiff etwa 4.000 Kilometer von der amerikanischen Küste entfernt befindet", heißt es in der Erklärung des russischen Außenministeriums. Derzeit befindet sich das Schiff in der Nähe der irischen Küste. 

    Die offizielle Moskauer Regierung hofft darauf, dass die westlichen Länder die Grundsätze der Freiheit der Schifffahrt auf Hoher See einhalten werden.

  • 13:08 Uhr

    Schüsse in Caracas: Sicherheitskräfte feuern auf Drohnen über Präsidentenpalast

    In der venezolanischen Hauptstadt Caracas kam es am gestrigen Montag zu einem Schusswechsel im Regierungsviertel.

    Laut übereinstimmenden Medienberichten fielen die Schüsse in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes. Laut offiziellen Angaben der venezolanischen Behörden flogen mehrere unbekannte Drohnen ohne Genehmigung über den Palast. Die Sicherheitskräfte sollen Warn- und Abwehrschüsse abgegeben haben, um die Drohnen abzuschrecken.

    Aufnahmen in den sozialen Medien dokumentieren die chaotischen Szenen. Die Situation beruhigte sich nach kurzer Zeit wieder. Nach aktuellem Stand wurden keine Verletzten gemeldet.

    Der Vorfall ereignete sich in einer Phase höchster politischer Anspannung. Nur wenige Stunden zuvor war die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin vereidigt worden.

    Das Video zu den Ereignissen.

  • 12:42 Uhr

    New York Times: Justizministerium zieht Behauptung zurück, dass "Cartel de los Soles" eine reale Gruppierung sei

    Die New York Times berichtet, dass das US-Justizministerium schon Jahre vor der Entführung des venezolanischen Präsidenten in einer Einschätzung erklärt habe, dass die "zweifelhafte Behauptung über Präsident Nicolás Maduro zurückgenommen wurde", die das politische Washington im vergangenen Jahr regelmäßig argumentativ einsetzte, um die wesentliche Grundlage für einen möglichen Regime Change in Venezuela einzuleiten. Dazu heißt es weiter:

    "Sie [die Trump-Administration] hatte Maduro beschuldigt, ein Drogenkartell namens 'Cartel de los Soles' zu leiten. Diese Behauptung geht auf eine Anklage der Grand Jury gegen Maduro aus dem Jahr 2020 zurück, die vom Justizministerium verfasst wurde. Im Juli 2025 stufte das Finanzministerium das Cartel de los Soles unter Verwendung von Formulierungen aus dieser Anklage als terroristische Organisation ein. Im November wies Marco Rubio, Außenminister und nationaler Sicherheitsberater von Präsident Trump, das Außenministerium an, das Gleiche zu tun."

    Laut NYT hätten jedoch schon zum damaligen Zeitpunkt "Experten für lateinamerikanische Kriminalität und Drogenproblematik" erklärt, dass es sich bei der Begrifflichkeit rein "um einen Slangbegriff handelt, der in den 1990er Jahren von den venezolanischen Medien geprägt wurde und für Beamte steht, die durch Drogengelder korrumpiert sind".

    Nach der gestrigen Anhörung Maduros vor einem Bezirksgericht in Manhattan heißt es nun im Artikel (Bezahlschranke):

    "Am Samstag, nachdem die Regierung Herrn Maduro festgenommen hatte, veröffentlichte das Justizministerium eine überarbeitete Anklageschrift, die diesen Punkt stillschweigend zu bestätigen schien. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Herrn Maduro weiterhin der Beteiligung an einer Verschwörung zum Drogenhandel, gab jedoch die Behauptung auf, dass das 'Cartel de los Soles' eine tatsächliche Organisation sei. Stattdessen heißt es in der überarbeiteten Anklageschrift, dass es sich um ein 'Patronagesystem' und eine 'Kultur der Korruption' handele, die durch Drogengelder angeheizt würden." 

    Elizabeth Dickinson, die stellvertretende Direktorin für Lateinamerika bei der International Crisis Group, erklärte gegenüber der NYT-Redaktion, dass die Darstellung des "Cartel de los Soles" in der neuen Anklageschrift "absolut realitätsgetreu" sei, "im Gegensatz zur Fassung von 2020".

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