Lateinamerika

Washington bleibt machtlos: Vizepräsidentin zu Venezuelas Interimspräsidentin ernannt

Maduros Regierung hält sich und eine Kooperation mit den USA ist nicht in Sicht. Nach der Entführung von Maduro und seiner Frau durch die Trump-Regierung hat das Oberste Gericht Venezuelas die bisherige Vizepräsidentin Rodríguez zur Interimspräsidentin ernannt.
Washington bleibt machtlos: Vizepräsidentin zu Venezuelas Interimspräsidentin ernannt

Nach der gewaltsamen Entmachtung und Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro übernimmt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die geschäftsführende Leitung des Landes.

Das Gericht in Caracas entschied am späten Samstagabend (Ortszeit), dass Rodríguez "vorübergehend alle mit dem Amt des Präsidenten verbundenen Eigenschaften, Pflichten und Befugnisse übernehmen und ausüben" werde. Mit diesem Schritt soll die Kontinuität in der Verwaltung und Verteidigung des Landes gewährleistet werden.

Laut den Richtern wurde Maduro jedoch nicht dauerhaft seines Amtes enthoben. Dies hätte die Abhaltung von Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen erforderlich gemacht.

Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden am Samstag bei einem US-Militäreinsatz festgenommen und in die USA gebracht. Sie sitzen in einem Gefängnis in New York ein und müssen sich dort vor Gericht wegen des Vorwurfs der "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie der Verschwörung zum Import von Kokain verantworten.

Nach Trumps Äußerungen gegenüber Journalisten am Samstag gab sich Rodríguez jedoch unnachgiebig. "Es gibt nur einen Präsidenten in diesem Land, und das ist Nicolás Maduro Moros", sagte sie, umgeben von Ministern und Militärs, bei einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates. Rodríguez gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros engstem Machtzirkel.

Unklar ist, wie Trump Venezuela kontrollieren will. Die US-Streitkräfte haben keine Kontrolle über das Land und Maduros Regierung scheint nicht nur weiterhin an der Macht zu sein, sondern auch keinerlei Interesse an einer Zusammenarbeit mit Washington zu haben. Maduros Vizepräsidentin Rodríguez trat am Samstagnachmittag zusammen mit anderen Spitzenpolitikern im venezolanischen Fernsehen auf, um die Entführung des Präsidenten zu verurteilen.

In seiner Rede gestern sagte Trump nicht, wer Venezuela führen wird, wenn die USA die Kontrolle abgeben. Er schloss jedoch eine Zusammenarbeit mit der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado aus – zur Enttäuschung der liberalen Elite im Westen. "Sie hat weder Unterstützung noch Respekt innerhalb des Landes", sagte er über sie. In Venezuela blieb es weitgehend ruhig. Soldaten patrouillierten in einigen Stadtteilen und in Caracas versammelten sich Gruppen von Maduro-Anhängern.

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