Lateinamerika

Raketenprogramm: Iranische Schiffsladungen mit Aluminiumoxid in Venezuela?

Auf dem Schiff "Golsan", das Lebensmittel für einen iranischen Supermarkt nach Venezuela transportiert hatte, sei Aluminiumoxid in Richtung Iran geladen worden. Reuters behauptet, dass das Schiff mit 14.000 Tonnen Aluminiumoxid beladen worden sei. Washington hatte den iranischen Metallsektor bereits sanktioniert.
Raketenprogramm: Iranische Schiffsladungen mit Aluminiumoxid in Venezuela?Quelle: Reuters © Carlos Garcia Rawlins

Der erste iranische Supermarkt in Lateinamerika wurde Ende Juni in der venezolanischen Hauptstadt Caracas eröffnet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump lehnte diese Initiative ab und stellte fest, dass eine Präsenz des Irans in der westlichen Hemisphäre "nicht sehr positiv ist".

Nach Angaben der iranischen Botschaft und von Medien in Venezuela seien auf das Schiff "Golsan", das Lebensmittel bereits für den iranischen Supermarkt nach Venezuela transportiert hatte, venezolanische Früchte, und zwar Mango und Ananas, für den Export in den Iran geladen worden. Die "Golsan" war im Mai vom Bandar-Abbas-Hafen im Iran gestartet und Ende Juni in Caracas angekommen.

Die iranische Botschaft in Caracas teilte derweil am 22. August per Twitter mit, Venezuela habe im Rahmen der "Win-Win-Handelsbeziehungen" eine Ladung Mangos und Ananas in den Iran verschifft.

Nun hat Reuters berichtet, dass "Aluminiumoxid" auf das Schiff unter iranischer Flagge in Venezuela  geladen worden sei, nachdem der Iran die Lebensmittel nach Venezuela für einen iranischen Supermarkt in Caracas verschifft hatte. Reuters behauptet, das Schiff sei mit 14.000 Tonnen Aluminiumoxid beladen worden – ein Stoff, den der Iran für sein Raketenprogramm verwendet.

Venezuela habe wenig Inlandsverbrauch für Aluminiumoxid, da seine Aluminiumhütten aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs weit unter ihrer Kapazität arbeiten, heißt es weiter bei Reuters. Washington hatte den iranischen Metallsektor, einschließlich Aluminiumunternehmen, bereits sanktioniert und argumentiert, dass sie in "den Nuklear-, Militär- oder ballistischen Raketenprogrammen" des Landes verwendet werden.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hatte kürzlich den Kauf von Raketen aus dem Iran nicht ausgeschlossen. "Mir erschien das eine gute Idee, und ich habe (Verteidigungsminister Vladimir) Padrino beauftragt, das volle Potenzial der iranischen Militärtechnologie zu prüfen", sagte er.

Juan Guaidó, der von den USA abhängige venezolanische "Oppositionsführer", hatte sich Ende Januar 2019 im Zuge der Unruhen in Venezuela zum Staatschef erklärt und so die Konfrontation mit Präsident Maduro gesucht. Alle Versuche, sich mit Rückendeckung Washingtons an die Macht zu putschen und den demokratisch gewählten Präsidenten Maduro zu stürzen, scheiterten.   

In den letzten Monaten hatte der Iran wegen der Treibstoffknappheit im ölreichen Venezuela fünf Öltanker auf die lange Reise nach Venezuela geschickt, um damit dem von US-Sanktionen gebeutelten Land zu helfen. Die beiden Länder sind besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffen, und die Wirtschaftskrise wird durch die Wirtschaftssanktionen der USA noch verschärft. 

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