Lateinamerika

Kurz nach Drohung von Donald Trump: US-Kriegsschiff dringt in venezolanische Hoheitsgewässer ein

Als "unentschuldbaren Akt der Provokation" verurteilte die venezolanische Regierung das Eindringen des US-Zerstörers USS Pinckney am 16. Juli in die Hoheitsgewässer des Landes. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass bald "etwas mit Venezuela geschehen wird".
Kurz nach Drohung von Donald Trump: US-Kriegsschiff dringt in venezolanische Hoheitsgewässer ein© US Navy

In deutlichen Worten kritisierte der venezolanische Außenminister, Jorge Arreaza, in einem offiziellen Kommuniqué das Eindringen des US-amerikanischen Zerstörers der Arleigh-Burke-Klasse. 

Venezuela prangert gegenüber der nationalen und internationalen Gemeinschaft das heimliche Eindringen des US-Kriegsschiffs USS PINCKNEY (DDG-91) in unsere Hoheitsgewässer an. Dies ist ein unentschuldbarer Akt der Provokation, der darauf abzielt, unsere Souveränität und territoriale Integrität zu untergraben.

Nur wenige Tage zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in einem Interview in Miami gegenüber dem spanischsprachigen US-Kanal Telemundo erklärt:

Venezuela war vor 15 Jahren ein reiches Land und ist von zwei Menschen zerstört worden, aber von einem System, einem schrecklichen System, nennen Sie es, wie Sie wollen, aber es ist ein schreckliches System.

Anschließend warnte Trump unverhohlen:

Dass etwas mit Venezuela passieren wird, das ist alles, was ich Ihnen sagen kann, aber etwas wird mit Venezuela passieren. Und die Vereinigten Staaten werden sehr involviert sein.

Es wäre bei Weitem nicht das erste Mal in der Geschichte der USA, dass diese auf den Einsatz von Kriegsschiffen zurückgreifen, um einen Invasionsgrund zu provozieren. Das bekannteste Beispiel ist der sogenannte "Tonkin-Zwischenfall" vom 2. und 4. August 1964, im Golf von Tonkin vor der Küste Nordvietnams.

Damals behauptete die US-Navy, dass nordvietnamesische Schnellboote zwei US-amerikanische Kriegsschiffe mehrmals ohne Anlass mit Torpedos beschossen hätten. Diesen angeblichen Angriff nutzte die damalige US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson und legte dem Kongress die "Tonkin-Resolution" vor. Damit wurde das direkte Eingreifen der Vereinigten Staaten in den Vietnamkrieg gerechtfertigt und legalisiert. 

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Seit den 1971 veröffentlichten Pentagon-Papieren gilt es als bewiesen, dass es die behaupteten Torpedoangriffe nie gab, sondern es sich dabei um eine bewusst lancierte Falschmeldung handelte. Die am 30. November 2005 vom größten US-Geheimdienst NSA freigegebenen Dokumente bestätigen zweifelsfrei, dass die US-Regierung die Vorfälle durch bewusste Falschdarstellung zur Legitimierung ihres seit 1963 geplanten direkten Kriegseintritts benutzte.

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