Afrika

Sudan lehnt es ab, die Streichung von der US-Terrorliste mit Thema Israel zu verknüpfen

Der Sudan will seine Streichung von der US-amerikanischen "Terrorliste", die den Zugang zu ausländischen Finanzmitteln für die Wirtschaft des Landes bislang behindert, nicht mit der Normalisierung der Beziehungen zu Israel verknüpfen.
Sudan lehnt es ab, die Streichung von der US-Terrorliste mit Thema Israel zu verknüpfenQuelle: Reuters © Mohamed Nureldin Abdallah

Der Sudan will seine Streichung von der US-amerikanischen "Terrorliste", die den Zugang zu ausländischen Finanzmitteln für die Wirtschaft des Landes bislang behindert, nicht mit der Normalisierung der Beziehungen zu Israel verknüpfen, erklärte der Premierminister der sudanesischen Übergangsregierung Abdalla Hamdok am 26. September. In den vergangenen Tagen machten Berichte die Runde, dass US-Beamte in Gesprächen mit einer sudanesischen Delegation angaben, Khartum solle den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Bahrain folgen und offene Beziehungen zu Israel aufnehmen.

US-Außenminister Mike Pompeo befand sich Ende August auf einer diplomatischen Tour durch den Nahen Osten. Ziel seiner Reise war vor allem die Anbahnung bilateraler Beziehungen der arabischen Staaten zu Israel. Nach seinem ersten Stopp in Israel traf Pompeo im Sudan ein. Hamdok erklärte Pompeo, dass die Übergangsregierung kein Mandat habe, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel zu beschließen. Sie werde lediglich bis zu den Wahlen 2022 an der Macht sein und könne nicht über einen "so gewichtigen Schritt" entscheiden.

Die steigende Inflation im Sudan und die Abwertung der Währung sind die größten Herausforderungen für Hamdoks Übergangsverwaltung, die seit der Absetzung von Umar al-Baschir durch das Militär regiert. Der Sudan wurde 1993 auf die US-Liste gesetzt, weil die Vereinigten Staaten glaubten, dass die Regierung Baschir bewaffnete Gruppen unterstützt.

Am 7. August 1998 waren zwei riesige Autobomben zeitgleich in zwei US-Botschaften in Afrika explodiert: eine im kenianischen Nairobi, die andere in Daressalam in Tansania. Bei den Explosionen wurden insgesamt 224 Menschen, darunter zwölf US-Botschaftsmitarbeiter, getötet und Tausende verletzt. Als Drahtzieher der Anschläge gilt die Terrororganisation al-Qaida. Deren Anführer Osama bin Laden hatte von 1992 bis 1996 im Sudan gelebt. Die sudanesische Regierung unter Baschir wurde beschuldigt, islamistische Terrororganisationen zu unterstützen, unter anderem auch al-Qaida. Nach den Explosionen in Nairobi und Daressalam hatten die USA Raketen auf Khartum abgefeuert und dabei eine Medikamentenfabrik zerstört.

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