
Moldawien: NATO-Großmanöver in der Nähe mehrheitlich russisch bevölkerter Stadt
Insgesamt steuert das ähnlich wie die Ukraine zwischen Ost und West zerrissene Moldawien 800 Soldaten zu den Militärübungen bei. Das unter dem Namen „Joint Effort 2015“ („Gemeinsame Anstrengung 2015“) laufende Manöver findet in der Nähe der zweitgrößten Stadt des Landes, Bălți (zu Deutsch auch Belz), statt.

In Bălți und Umgebung lebt heute noch ein signifikanter Teil an ethnischen Russen. Der Bevölkerungsanteil der russischen Minderheit ist in Bălți überdurchschnittlich hoch, sie bildet in der Stadt eine Mehrheit. Bălți ist heute eine zweisprachige Stadt. Aufgrund der demografischen Verhältnisse gilt der Ort als eine Hochburg sogenannter russlandfreundlicher Parteien. Bei den Kommunalwahlen 2015 erreichten dem pro-russischen Spektrum zuzuordnende Parteien rund 86 Prozent der Stimmen.
Der Koordinator der Militärübungen, Oberst Veaceslaw Rusu, teilte unterdessen mit, dass das Ziel des in der moldawischen Geschichte bisher größten Manövers sei, die "Interoperabilität der Länder" zu testen. Obwohl weder Moldawien noch Georgien Mitglied des westlichen Militärbündnisses sind, betonte der moldawische Militärvertreter, dass von den USA ausgebildete moldawische Soldaten daran partizipieren werden, um den Einsatz moderner Kommunikation und die Funktion militärischer Kontrollsysteme austesten zu können.
Seit Ausbruch der Ukraine-Krise wird die kleine osteuropäische Republik verstärkt von der NATO eingebunden. Immer häufiger nimmt das Land an Militärmanövern, angeführt von den USA, teil.
Die Republik Moldau ist seit 1994 Partner der NATO. So nimmt die pro-westliche Regierung in Chisinau innerhalb des ihr möglichen Rahmens aktiv am NATO-Programm „Partnerschaft für den Frieden“ teil. Eigentlich schreibt die moldawische Verfassung jedoch die bündnispolitische Neutralität des Landes vor.
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