Geisterboot mit über 600 Kilogramm Kokain nach jahrelangem Driften bei den Marshallinseln gestrandet

Die Polizei der Marshallinseln hat den wohl größten Drogenfund in der Geschichte des Inselstaates gemacht. Ein mit mehreren Hundert Kilogramm Kokain beladenes Boot wurde – nach vermutlich jahrelangem Treiben auf hoher See – bei einem abgelegenen Korallenriff angeschwemmt.

Das mysteriöse Gefährt wurde vergangene Woche am Atoll Ailuk entdeckt, berichtete die Zeitung Bangkok Post. Laut dem Kronanwalt der mikronesischen Republik, Richard Hickson, wurden im Raum unterhalb des Bootsdecks insgesamt 649 Kilogramm Kokain sichergestellt. Das Geisterboot sei mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Zentral- oder Südamerika über den Pazifik gedriftet, sagte Hickson. Wie lange das Boot genau auf hoher See trieb, blieb bislang ungeklärt, ebenso das Schicksal seiner Besatzung.

Polizeiangaben zufolge war das Kokain in Pakete von je einem Kilogramm verpackt und mit den Buchstaben "KW" markiert. Die komplette Ladung soll – bis auf zwei Pakete, die zur Untersuchung an die US-Drogenvollzugsbehörde DEA übergeben wurden – am Dienstag verbrannt worden sein.

Dies ist allerdings nicht das erste Mal, dass Drogentransporte durch die pazifischen Strömungen über Tausende von Kilometern hinweg an die Küste der Marshallinseln angeschwemmt werden. Die jüngste Entdeckung soll jedoch der bisher größte Fund sein. Laut Ansicht lokaler Strafverfolgungsbehörden wurde die illegale Fracht meistens von fliehenden Drogenschmugglern einfach über Bord geworfen oder aber durch Seenot nach Bootsunglücken zu Treibgut.

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