Elternkrieg im Zoo: Schwule Pinguine stehlen lesbischen Artgenossinnen deren Eier

In einem niederländischen Zoo hat ein schwules Pinguinpaar einem lesbischen Pinguinpaar das komplette Gelege gestohlen. Die Männchen taten das, um selbst Eltern zu werden. Wahrscheinlich würden aus den Eiern keine Küken schlüpfen, weil sie nicht befruchtet wurden.

Im niederländischen Zoo Dierenpark Amersfoort haben zwei schwule Pinguinmännchen zwei lesbischen Pinguinweibchen zwei Eier gestohlen. Das war ihr gesamtes Gelege. Zoopfleger Sander Drost teilte mit, es sei jedoch unwahrscheinlich, dass aus den gestohlenen Eiern Küken schlüpfen, weil das Gelege des lesbischen Paars offenbar unbefruchtet geblieben wäre.

Die Männchen lösen sich beim Brüten turnusmäßig ab: Während der eine Vogel nach Futter sucht, sitzt der andere auf dem Gelege. Unter den insgesamt 17 Pinguinen im Zoo sind diese Männchen das dominierende Paar. Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass sie ihren Artgenossen Eier rauben – so zuletzt im November 2019. Damals ist aber bereits kein Küken zur Welt gekommen.  

Die schwulen Pinguine aus den Niederlanden sind weltweit nicht das erste homosexuelle Pinguinpaar mit Kinderwunsch. Im August 2020 haben zwei lesbische Pinguine aus Valencia erfolgreich ein Ei ausgebrütet. Etwa zwei Jahre zuvor bekam ein gleichgeschlechtliches Pinguinpaar aus Sydney ein Küken.

Homosexualität kommt in der Natur auf der ganzen Welt und bei mehreren Tierarten vor. Obwohl es Versuche gibt, das Phänomen mit neurologischen, chemischen oder verhaltensbedingten Faktoren zu erklären, sind sich Wissenschaftler bislang nicht einig, warum das passiert. Die Häufigkeit der Homosexualitätsfälle bei verschiedenen Arten bleibt in Ermangelung von Studien noch weiter ungewiss.

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