Nach Amoklauf an Schule in Russland: Lebenslange Haftstrafe für den Täter

Vor zwei Jahren kamen bei einem Amoklauf an einem Gymnasium in der russischen Stadt Kasan neun Menschen ums Leben, darunter sieben Kinder. Der 21-jährige Täter ist nun zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Am Donnerstag hat der Oberste Gerichtshof von Tatarstan den Angeklagten Ilnas Galjawiew wegen Mordes an neun Menschen für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann wurde außerdem mit einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (2.200 Euro) belegt, berichtet die Agentur Interfax. Im November vergangenen Jahres hatte der 21-Jährige seine Schuld gestanden.

Zum Amoklauf an einem Kasaner Gymnasium kam es am 11. Mai 2021. Bewaffnet mit einem legal erworbenen Jagdgewehr drang der damals 19-Jährige in die Schule ein, die er einst besucht hatte. Der Angreifer tötete sieben Kinder und zwei Lehrerinnen. Weitere 23 Menschen wurden verletzt.

Die Ermittlungen ergaben, dass Galjawiew mindestens 17 Schüsse abgegeben hatte. Im Dezember 2021 wurde er angeklagt. Mehr als 600 Menschen sind in dem Fall als Opfer anerkannt worden, teilte das russische Ermittlungskomitee mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert. Galjawiews Verteidigung geht davon aus, dass der Angeklagte einer Zwangsbehandlung bedarf, da er sich zuvor als Gott bezeichnete. Kurz vor der Tat teilte er auf seinem Telegram-Kanal seinen Wunsch mit, dass "sich alle als seine Sklaven anerkennen", und kündigte an, dass er "eine riesige Menge Biomüll töten" werde. Bei dem Schützen wurde eine Gehirnstörung diagnostiziert, er wurde aber für zurechnungsfähig erklärt.

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