"Durchschnittsamerikaner will keinen Systemwechsel" – Obama warnt vor "Linksschwenk" der Demokraten

Ex-US-Präsident Barack Obama schaltet sich in die Kandidatenkür der Demokraten ein: Er warnte auf einer Spendenveranstaltung vor einem zu starken "Linksschwenk". Man riskiere dadurch, zu viele "Wähler abzuschrecken". Motto: Immer schön auf dem Teppich bleiben.

Laut Obama will der "Durchschnittsamerikaner" das "System" nämlich nicht "niederreißen oder neu gestalten". Zwar nannte Obama in dem Zusammenhang keine Namen, doch auch so dürfte klar sein, wer gemeint ist: Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Beiden Politikern wird von den US-Medien gerne eine stramm linke Agenda angedichtet. Dabei sind beide nach europäischen Maßstäben eher Vertreter einer gemäßigten sozialdemokratischen Umverteilungspolitik.

Die Menschen im Land hätten nicht unbedingt die gleichen Ansichten wie bestimmte "linke Twitter-Feeds", sagt Obama auf der Spendenveranstaltung der Demokratischen Partei. Er forderte von den Parteifreunden, sich vielmehr stärker den Themen "Gesundheitsvorsorge" und "Einwanderung" zuzuwenden.

"Es gibt eine Menge überzeugbare Wähler, und es gibt eine Menge Demokraten da draußen, die einfach nur wollen, dass Dinge einen Sinn ergeben. Sie wollen nur kein verrücktes Zeug sehen", so der Ex-Präsident weiter. Die Menschen wünschten sich lediglich, dass es ein bisschen fairer und gerechter zugehe. Er ergänzte: "Und wie wir das angehen, wird, denke ich, wichtig sein."

Es ist das erste Mal, dass sich Obama zu der aktuellen Ausrichtung und der Kandidatenwahl der Demokraten äußert. Der Ex-Präsident versuchte zudem, Sorgen von Parteikollegen über das dicht gedrängte Bewerberfeld der Demokraten zu zerstreuen. "Ich muss sie nur daran erinnern, dass ich eine sehr robuste Vorwahl hatte", so Obama. Die Warnung an die Parteikollegen kommt etwas überraschend, da es auf der linken Seite des politischen Spektrums eine neue Dynamik gibt. Vor allem auch bei jüngeren Wählern.

Eine Gallup-Umfrage von Mai dieses Jahres zeigte, dass zwar noch eine knappe Mehrheit von 51 Prozent Sozialismus (oder "eine bestimmte Form von Sozialismus") als schlecht für die USA beurteilt, aber 43 Prozent auch als etwas Gutes. Noch im Vorjahr sahen nur 37 Prozent etwas Positives im Sozialismus.

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