USA: Mehr als 150 Klinikangestellte verlieren wegen verweigerter Corona-Impfung ihren Job

Die Impfpflicht in einer Klinik in der US-Stadt Houston beschäftigt nicht nur Gerichte, sondern sorgt auch landesweit für Aufsehen. Weitere Einrichtungen könnten dem Beispiel aus Texas folgen. In Houston selbst sind rund 150 Angestellte wegen verweigerter Spritze den Job los.

Das Vorgehen einer Klinik in der US-Stadt Houston hat seit Wochen in den USA für breites mediales Echo gesorgt. Das Houston Methodist Hospital schrieb Ende März als erstes privates Großkrankenhaus im Land seinen Beschäftigten vor, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu müssen. Dagegen waren 117 Angestellte juristisch vorgegangen, scheiterten jedoch zunächst. Ein Bundesgericht wies die Klage ab.

Der Richter hatte in seinem Urteil die Behauptung der Kläger, die Vakzine seien experimentell und gefährlich, als falsch bezeichnet. Zudem erklärte er, dass die Angestellten die Wahl hätten, sich impfen zu lassen oder – wenn ihnen die Vorschrift nicht gefällt – ja auch woanders zu arbeiten.

Die Kläger sind nun vor ein Berufungsgericht gezogen. Doch inzwischen haben 153 Angestellte der Klinik ihren Job verloren. Dies gab das Krankenhaus am Dienstag bekannt. Bis zum 7. Juni sollten sich alle Mitarbeiter gegen das SARS-CoV-2-Virus impfen lassen. Am Tag nach Ablauf der Frist wurden laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP 178 Angestellte wegen Missachtung der Vorschrift suspendiert – ohne Bezahlung. Ihnen wurde eine zweiwöchige Frist gesetzt, eine Impfung gegen das Coronavirus doch noch in Anspruch zu nehmen. Einige unter den Suspendierten ließen sich dann impfen und konnten zur Arbeit zurückkehren.

Das Medizinunternehmen mit insgesamt acht Krankenhäusern hat rund 26.000 Angestellte. Nach Angaben der Geschäftsführung hätten sich bislang fast 25.000 von ihnen vollständig impfen lassen.

Der Fall aus Houston war der erste Rechtsstreit dieser Art in den USA. Weitere Gerichte im Land könnten bald mit ähnlichen Klagen konfrontiert sein. Bereits jetzt sollen weitere Gesundheitseinrichtungen angekündigt haben, dem Beispiel aus Houston folgen zu wollen. So würde laut AP etwa das "University of Pennsylvania Health System", ein großes privates Gesundheitssystem mit mehreren Krankenhäusern und Hauptsitz in Philadelphia, sowie ein  Gesundheitsunternehmen aus New York die Corona-Impfung für ihre Angestellten verbindlich machen.

Mitte Juni hatte der New Yorker Gesundheitskonzern "NewYork-Presbyterian hospital system" angekündigt, für alle seine 48.000 Mitarbeiter das Vakzin gegen das Coronavirus zur Pflicht zu machen. Nur in Ausnahmefällen, wie etwa aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen, soll darauf verzichtet werden dürfen.

Man wolle so sowohl die Patienten als auch die Angestellten selbst "vor der Gefahr weiterer Schäden durch die Pandemie und möglicher Entstehung gefährlicherer Mutationen schützen", hieß es aus dem Krankenhauskonzern. Bis zum 1. September müssen die Angestellten mindestens die erste Dosis verabreicht bekommen haben. Bislang sollen rund 70 Prozent des dortigen Personals gegen das SARS-CoV-2 immunisiert sein.

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