Japan: Frauen wehren sich gegen Tradition, männliche Arbeitskollegen zu Valentinstag zu beschenken

Umfragen zeigen, dass weniger Japanerinnen einer Tradition nachgehen wollen, die in dem asiatischen Land Brauch ist. Seit etwa 70 Jahren wird von Frauen in japanischen Unternehmen erwartet, dass sie ihren männlichen Arbeitskollegen zu Valentinstag Süßigkeiten schenken. Im Gegenzug werden die Frauen einen Monat später, am 14. März, von Männern beschenkt. Damit soll nun Schluss sein: Zahlreiche Frauen sehen die Tradition eher als Zwang und Machtmissbrauch. Viele Firmen wehren sich nun dagegen.

Medienberichten zufolge sahen sich Frauen in den letzten Jahren immer mehr gezwungen, nachzudenken, wie viel das passende Geschenk kosten sollte, damit sich niemand am Arbeitsplatz beleidigt fühlte. Außerdem mussten sie überlegen, wem sie unbedingt etwas schenken mussten und wer leer ausgehen durfte.

Die Tradition nahm ihren Anfang in den 1950-er Jahren und sicherte Schokohändlern einen Jahresgewinn in nur ein paar Tagen. Seit ein paar Jahren fordern viele Schokoladehersteller jedoch, den Brauch zu überdenken. So veröffentlichte der belgische Händler Godiva letztes Jahr eine Anzeige und forderte japanische Firmen auf, Frauen zu erklären, dass sie nicht gezwungen sind, ihren Kollegen Schokolade zu schenken, wenn sie dies nicht wollen. "Valentinstag ist ein Tag, an dem man seine echten Gefühle zeigt, und nicht Beziehungen am Arbeitsplatz koordiniert", schrieb der Hersteller. 

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