Computer sagt nein: Britische Polizei lässt Algorithmus entscheiden, welche Fälle sie ermitteln soll

Wegen steigender Einbruchszahlen bei starker Kürzungen der Finanzen muss sich die Polizei der britischen Grafschaft Norfolk bei ihrer Arbeit mehr auf technische Mittel verlassen. Mittlerweile testet sie einen Computer-Algorithmus, der die "Lösbarkeit" eines Einbruchsfalls vorausberechnet und bei jedem konkreten Verbrechen entscheidet, ob es sich lohnt, weiter zu ermitteln.

Das an der Universität Cambridge entwickelte System soll britische Strafverfolgungsorgane bei Ermittlungen von Wohnungseinbrüchen unterstützen, dessen Statistiken im Vergleich zum Vorjahr landesweit drastisch gestiegen seien, schreibt die Zeitung Daily Mail. Es analysiere die Straftaten nach insgesamt 29 verschiedenen Faktoren, darunter der Qualität der Aufnahmen des Täters von Überwachungskameras und dem Vorhandensein von Fingerabdrücken am Tatort. Nach Auswertung dieser Angaben urteile das Programm über die Zweckmäßigkeit, eine Ermittlung zur Strafsache einzuleiten.

Während Opfer von Einbrüchen zusammen mit Abgeordneten des britischen Parlaments die Nachteile der neuen Technologie bemängeln, versicherte die Polizei Norfolk, dass sie die traditionellen polizeilichen Methoden keineswegs ersetze, und die Entscheidung zu jedem konkreten Straffall erst nach einer Rücksprache mit einem Polizeibeamten getroffen werde.

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