Kroatien: Australischer Brillenhersteller filmt Werbespots in KZ Jasenovac und gerät in Kritik

Der australische Brillenhersteller Valley Eye Wear findet sich inmitten eines Skandals wieder, nachdem das Unternehmen Werbespots veröffentlicht hatte, die im ehemaligen Konzentrationslager Jasenovac in Kroatien gefilmt worden waren. Die Videoclips wurden während einer Reise durch Kroatien und Bulgarien gemacht. Die Models posierten dabei vor Monumenten, die in der kommunistischen Ära in Bulgarien und Ex-Jugoslawien errichtet wurden. Doch eines der Objekte war das Mahnmal im KZ Jasenovac.

Die Fotos und Videos lösten heftige Kritik aus. "Hört auf, dieses Symbol des Leides von Serben, Juden und anderen in Eurer Werbekampagne zu benutzen", schrieb eine Twitter-Nutzerin. Schließlich sah sich der Hersteller veranlasst, sich zu entschuldigen und die umstrittene Werbung zu entfernen. "Wir haben nicht gewusst, dass zu der damaligen Zeit dort ein Vernichtungslager war", sagte der Firmenchef Michael Crawley gegenüber BBC. "Wir wollten niemanden beleidigen und entschuldigen uns bei allen Betroffenen", fügte er hinzu.

Jasenovac war während des Zweiten Weltkrieges das Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager im von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien abhängigen Unabhängigen Staat Kroatien. Dort wurden nach unterschiedlichen Einschätzungen zwischen 80.000 und 700.000 Serben, Juden, Roma und gegen das Regime gestimmte Kroaten ermordet.

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