COVID-19-Impfung: Immer mehr Nebenwirkungen und Todesfälle – systematisch untersucht wird dies nicht

Neuer Bericht: Nach Corona-Impfungen verzeichnet das Paul-Ehrlich-Institut immer mehr schwere Nebenwirkungen und Todesfälle. Auch Jüngere sind betroffen. Schuld seien nach wie vor nicht die Vakzine, sondern Vorerkrankungen, Alter, Zufall. Systematisch untersucht werden die Fälle nicht.

von Susan Bonath

Die Nebenwirkungen und Todesfälle bei Personen, die zuvor gegen COVID-19 geimpft worden waren, mehren sich. In seinem am 18. Februar veröffentlichten neuen "Sicherheitsbericht" meldete das für die Impfstoff-Überwachung zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 7.690 Fälle von Nebenwirkungen, die zwischen dem 27. Dezember 2020 und dem 12. Februar 2021 gemeldet worden seien. Bei 1.187 Fällen habe es sich um schwerwiegende Komplikationen gehandelt, die in 223 Fällen zum Tod geführt hätten.

Mit dem Impfstoff Comirnaty der Pharmakonzerne Pfizer und BioNTech seien bisher insgesamt etwas mehr als 2,52 Millionen Menschen geimpft worden, schreibt das PEI weiter in seinem Bericht. Rund 1,33 Millionen Geimpfte darunter hätten bereits ihre zweite Dosis erhalten, so dass insgesamt fast 3,85 Millionen Dosen diese Vakzins verimpft worden seien. Weitere 87.000 Impfungen seien bis zum 12. Februar mit dem Serum des Unternehmens Moderna erfolgt, rund 31.300 mit dem AstraZeneca-Vakzin.

Grippe, Fieber, Schmerzen, Herzprobleme, Lähmungen

Mehr als 1.000 der als schwerwiegend eingestuften Nebenwirkungen, darunter 187 Todesfälle, betrafen laut PEI den meist genutzten Impfstoff von Pfizer/BioNTech. 41 schwere Komplikationen entfielen auf das Moderna-Serum und 11 auf das Vakzin von AstraZeneca. Bei 63 gemeldeten schweren Folgen hätten die Meldestellen den Namen des verimpften Mittels gar nicht mitgeliefert. Auch die weiteren 36 Sterbefälle seien keinem konkreten Impfstoff zugeordnet worden.

Als besonders häufige "leichtere Nebenwirkungen" listet das dem Bundesgesundheitsministerium unterstellten Institut vor allem "grippeähnliche Erkrankungen", Fieber, Schüttelfrost und Kopf-, Muskel- und Nervenschmerzen auf. Auch allergische Reaktionen, Herzrhythmus-Störungen und Lähmungen der Gesichtsmuskulatur traten demnach auf. Diese Symptome bildeten sich laut PEI "bei der ganz überwiegenden Anzahl der Betroffenen" innerhalb von einer Woche wieder zurück. Es sei dabei "zu berücksichtigen, dass insbesondere die Angaben zum COVID-19-Impfstoff (von) AstraZeneca wegen der sehr geringen Anzahl an Meldungen mit äußerster Vorsicht zu interpretieren" seien, so das Bundesinstitut.

Schwerwiegende Folgen auch bei jungen Menschen

Rund 60 Prozent der 223 Toten waren laut Bericht Frauen. Das Alter der Verstorbenen habe zwischen 46 und 101 Jahren gelegen. Schwere Nebenwirkungen seien bei Geimpften im Alter von 15 bis 107 Jahren aufgetreten, der Altersmedian bei diesen Betroffenen liege bei 44 Jahren, so das Institut, das dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Auch 79 Fälle, in denen Personen einen anaphylaktischen Schock erlitten, seien dem PEI gemeldet worden. Die Betroffenen seien im Mittel ebenfalls gut 44 Jahre alt gewesen.

Stellt man allein die gemeldeten "unerwünschten Reaktionen" bis hin zum Tod (zusätzliche Dunkelziffern sind wie stets nicht ausgeschlossen) bezüglich des Pfizer-BioNTech-Vakzins der Gesamtzahl geimpfter Personen gegenüber, erlitten von 100.000 Geimpften etwa 250 Personen leichte und 45 Menschen schwere Nebenwirkungen; 8 bis 9 unter 100.000 Geimpften verstarben kurz nach der Verabreichung einer Impfdosis.

Institut erkennt keinen Zusammenhang zwischen Sterbefällen und Impfung

Zusammenhänge zwischen den Todesfällen und der Impfung erkennt das PEI aber weiterhin nicht. Bei 52 Verstorbenen sei das Coronavirus SARS-CoV-2 mittels PCR-Test trotz der Impfung noch nachgewiesen worden, die Sterbeursache laute deshalb COVID-19. Weitere 75 Personen seien, so das PEI, an "multiplen Vorerkrankungen" oder "einer anderen Infektionskrankheit" verstorben.

Bei den anderen 96 Toten sei die Ursache unbekannt. Sie seien im Abstand von wenigen Stunden bis zu 22 Tagen nach einer Impfdosis gestorben, heißt es. Diese Fälle erklärt das PEI mit einer Berechnung zur allgemeinen Sterbewahrscheinlichkeit in der Altersgruppe 50plus. Wörtlich schreibt das PEI:

"Bei einer jährlichen Hintergrund-Inzidenz von 59,7 Todesfällen pro 100.000 Personen im Alter von 50 Jahren und älter sind innerhalb von 22 Tagen 91,6 Fälle von plötzlichem Tod oder Tod mit unbekannter Ursache zu erwarten."

Hohe Dunkelziffer und geringer Wille zur Aufklärung?

Dafür, dass es möglicherweise eine hohe Dunkelziffer an Betroffenen von Nebenwirkungen und Todesfällen gibt, spricht vieles. Auch das Interesse an einer gezielten Aufklärung der Zusammenhänge scheint eher gering zu sein. So berichtete zum Beispiel vor einigen Tagen ein Whistleblower über erschreckende  Auswirkungen der Impfung auf Demenzkranke in einem Berliner Pflegeheim, das von der Diakonie betrieben wird. Nach der Impfung seien viele Bewohner schwer erkrankt. Diese seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, acht von ihnen seien verstorben.

Noch bevor sogenannte "Faktenchecker" zuschlagen konnten, griff der Nordkurier die Sache auf und fragte im betroffenen Pflegeheim nach. Der Unternehmenssprecher der Betreibergesellschaft "Agaplesion Bethanien Diakonie" räumte schließlich einen Teil der Vorwürfe ein, sprach allerdings von 6 Toten von insgesamt nach der Impfung 13 positiv getesteten Bewohnern. Auch weitere Berichtsdetails des Insiders seien "nicht aus der Luft gegriffen", resümierte der Nordkurier. Demnach waren die verstorbenen Bewohner neben ihrer Demenzerkrankung für ihr Alter vergleichsweise fit. Sie gelten wohl aber als COVID-19-Tote.

16 Tote in Leipzig – Fall flog durch Angehörige auf

Ein weiterer Fall, der offenbar unter den Teppich gekehrt werden sollte und über den RT DE bereits berichtet hat, ereignete sich in einem Leipziger Seniorenheim. Auch dort breitete sich gemäß nun offizieller Darstellung nach der Impfung am 14. Januar das Coronavirus aus.

Binnen kürzester Zeit seien dann 16 von 46 positiv getesteten Bewohnern verstorben, fast ein Viertel aller Senioren, die insgesamt in diesem Heim lebten. Bekannt wurde der Fall erst, nachdem sich eine Angehörige einer betroffenen Person an die Leipziger Volkszeitung gewandt hatte.

Keine systematischen Untersuchungen

Der Direktor der Kölner Rechtsmedizin verlangte jüngst eine umfassende Erfassung solcher Todesfälle. Dem Kölner Stadtanzeiger sagte er, auch kurz nach einer Impfung Verstorbene würden nicht systematisch obduziert. Zuvor hatte er drei Tote aus einem Kölner Heim untersucht. Sie alle seien zwar schwer vorerkrankt gewesen. Einen Zusammenhang mit der Impfung habe er dennoch nicht ausschließen können, sagte er.

In Bochum brach am 13. Februar ein Geimpfter zusammen und verstarb, der erst 32-jährige Mann war am Tag zuvor geimpft worden. Nur drei Tage später meldeten Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam, dass eine Obduktion keinen Zusammenhang mit der Impfung ergeben hätte. Man komme "zu dem Ergebnis, dass der Bochumer eines natürlichen Todes verstorben ist." Die Impfung kurz zuvor habe "keinen Einfluss auf das Versterben" gehabt.

Staatsanwaltschaft schweigt, PEI dürfe keine Autopsien anordnen

Auf Anfrage der Autorin bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum gab Behördensprecherin Svenja Große-Kreul lediglich bekannt, dass der 32-Jährige nach einer Impfung mit dem Vakzin der Unternehmen Pfizer und BioNTech verstarb.

Seine Leiche sei im rechtsmedizinischen Institut der Universitätsklinik Essen obduziert worden. Weitergehende Fragen, etwa zu Vorerkrankungen, konkreten rechtsmedizinischen oder toxikologischen Befunden und einer Begründung für den Ausschluss der Impfung als Todesursache ließ Große-Kreul unbeantwortet. Die Sprecherin berief sich auf "den Persönlichkeitsschutz des Verstorbenen".

Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut erklärte auf eine allgemeine Anfrage der Autorin zum Umgang mit den Todesfällen, das PEI habe selbst "keine Möglichkeit, Untersuchungen/ Obduktionen anzuordnen". Sie fügte aber an: "Wir fragen immer nach den Ergebnissen von Untersuchungen und Obduktionen." Zudem falle es nicht in den Aufgabenbereich ihrer Prüfbehörde, die Todesfälle einzelnen Bundesländern zuzuordnen.

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