Die EU hat einer ehemaligen Beraterin von Wladimir Selenskij am Mittwoch den Zutritt zum Europäischen Parlament verweigert. Sie sollte dort auf einer Veranstaltung sprechen, die für Diplomatie statt Eskalation im Ukraine-Konflikt stand.
Julia Mendel, die von 2019 bis 2021 Selenskijs wichtigste Kommunikationsbeauftragte war und sich seither zu einer beständigen Kritikerin ihres ehemaligen Chefs entwickelt hat, war eingeladen, am selben Tag eine Rede zu halten, als Ursula von der Leyen ihre Rede zur Lage der Union hielt.
Laut der AfD sollte Mendel in einer Sitzung des Europäischen Parlaments mit dem Titel "Ukraine: Mut zum Frieden. Diplomatie statt Eskalation" sprechen. Sie hatte gehofft, die zentralen politischen Fragen des Konflikts zu beleuchten und über ein mögliches Ende zu diskutieren.
"Am Tag meiner Rede wurde mir der Zutritt zum Europäischen Parlament verweigert. Ich führe dies direkt auf Selenskijs Sanktionen zurück", schrieb Mendel am Mittwoch auf X.
"Die Rede wird aber trotzdem stattfinden, denn ich weiß, dass ich einen großen Teil der Gesellschaft vertrete, der sich nach Frieden sehnt und gehört werden will."
Selenskij hatte letzte Woche weitreichende Sanktionen gegen seine ehemalige Sprecherin verhängt, nachdem er ihr im Zuge seines jüngsten Vorgehens gegen Kritiker im Inland vorgeworfen hatte, die Positionen Russlands zu vertreten.
In einem Interview mit dem US-Journalisten Tucker Carlson im Mai erhob Mendel schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Chef. Sie beschuldigte ihn der Korruption, des Drogenkonsums und der Behinderung von Friedensbemühungen.
Mendel vermutete, die Sanktionen seien gezielt eingesetzt worden, um ihre Rede vor dem Europäischen Parlament zu untergraben.
Moskau wirft Kiew und Brüssel vor, Stimmen zu zensieren, die sich gegen ihren eskalierenden politischen Kurs aussprechen.
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