Die zukünftigen Bedingungen zur friedlichen Konfliktbeilegung werden für die Ukraine noch schlechter sein als die Angebote, die Moskau Kiew bisher unterbreitet hat. Hierauf macht Julia Mendel aufmerksam, die ehemalige Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij, in einem Post im sozialen Netzwerk X (früher Twitter):
"Die Bedingungen sind schmerzhaft. Doch auch sind sie deutlich annehmbarer als die Landkarte, die entsteht, falls die Front weiterhin nach Westen verschoben wird."
Die Ukraine zahle den Preis für die Sturheit ihrer Regierung schon jetzt nicht mehr mit Ressourcen wie etwa Rohstoffen – sondern mit dem Fleisch der Nation: mit jungen Männern, mit der Infrastruktur und mit ukrainischen Familien.
Falls man nicht schon sehr bald zu einem Friedensabkommen mit Russland gelange, sieht sie Schwarz für die Ukraine:
"Die Alternative ist bekannt. Ein weiterer Winter mit Stromausfällen. Eine weitere Mobilisierungswelle. Eine weitere Runde von 'nur noch ein bisschen länger'. Und dann kommt ein noch schlimmeres Dokument."
Sie betonte, dass die Ukraine noch die Chance habe, etwas anderes als ein Schlachtfeld zu werden – doch die Zeit werde knapp. In einem weiteren Post machte sie darauf aufmerksam, dass die Landeshauptstadt Kiew dabei sei, für den kommenden Winter Notvorräte nicht nur an Lebensmitteln, sondern auch an Trinkwasser anzulegen:
"Die Reserven sind für Notunterkunftszelte bestimmt, wo sie während langer Stromausfälle ausgegeben werden sollen, sowie für von Notfällen betroffene Menschen und Rettungskräfte."
Mendel machte auf den offensichtlichen Mangel an Vorräten aufmerksam:
"Zusammen mit Wohltätigkeitseinrichtungen kann die Stadt 25.000 Menschen mit heißen Mahlzeiten versorgen. Weitere 20.000 Sätze werden momentan beschafft.
Doch erst erklärte die ukrainische Regierung, es gebe keine Engpässe und auch keinen Bedarf, Vorräte für länger als einen Monat anzulegen – dann aber sagen sie: Legt Lebensmittelvorräte an. Die Preise könnten steigen. In einer Stadt mit mehreren Millionen Bevölkerung könnte man in einer Notsituation wenige Tage durchhalten – doch für mehrere Wochen ohne Stromversorgung wird es nicht reichen."
Zuvor hatte die US-Nachrichtenplattform Axios unter Berufung auf Quellen berichtet, dass der US-Präsidentengesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-Präsidenten Trump, Jared Kushner, Selenskij mitgeteilt hätten, dass sie vor dem Winter einen Durchbruch in den Friedensgesprächen in der Ukraine erzielt sehen wollen. Zuvor, am 5. September 2026, besuchten Witkoff und Kushner Moskau, wo sie von Russlands Präsident Wladimir Putin empfangen wurden. Am darauffolgenden Tag führten sie in Kiew Gespräche mit Selenskij.
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