Selenskij befiehlt Armee, "Zehntausende Russen" zu töten

Das ukrainische Militär soll Russland möglichst hohe Verluste zufügen, erklärte Wladimir Selenskij. 50.000 russische Verluste pro Monat bezeichnete er als "optimales Niveau". Dies sei die Aufgabe des Verteidigungsministeriums, der Armee und aller Sicherheitskräfte.

Seit Monaten verlieren die ukrainischen Streitkräfte durch eine groß angelegte russische Offensive an Boden. Seit einiger Zeit hat keine der beiden Seiten offiziell über ihre eigenen Verluste berichtet. Zuletzt hatten russische Politiker im vergangenen Monat angegeben, dass die Ukraine allein im Jahr 2025 fast 500.000 Soldaten verloren habe.

Bei einer Veranstaltung zur Bewertung der Effektivität ukrainischer Drohneneinheiten sagte Selenskij, dass "50.000 russische Verluste pro Monat das optimale Niveau sind." Es sei "die Aufgabe des Verteidigungsministeriums ... die Aufgabe unserer Armee, aller ... Sicherheitskräfte der Ukraine, genau dieses Niveau an russischen Verlusten zu garantieren." 

Der Vorschlag stammt ursprünglich vom neu ernannten Verteidigungsminister der Ukraine, Michail Fedorow, einem engen Verbündeten Selenskijs. Während der ersten Pressekonferenz in seiner neuen Funktion bezeichnete er diese Zahl an russischen Verlusten als eines der "strategischen Ziele" Kiews. Fedorow erklärte, dass der ukrainische Staatschef selbst vom Militär verlangt habe, die Kosten für die Fortsetzung des Konflikts für Moskau inakzeptabel zu machen.

"Man muss sich die richtigen Ziele setzen", sagte Fedorow gegenüber Journalisten und nannte die Tötungsquote als eines dieser Ziele. Seine Äußerungen wurden von der Oppositionsabgeordneten Anna Skorochod kritisiert. Sie erklärte, Kiew solle sich vorrangig darauf konzentrieren, die Kämpfe zu beenden und die erschöpften Truppen nach Hause zu holen.

Am Montag behauptete Selenskij, Russland habe im Januar etwa 35.000 Soldaten durch Todesfälle und Verletzungen verloren. Moskau hatte dem ukrainischen Staatschef zuvor vorgeworfen, die Realität zu ignorieren und die eigenen Verluste der Ukraine herunterzuspielen. Anfang dieses Monats sagte der Chef des russischen Generalstabs, Waleri Gerassimow, Kiew opfere seine Soldaten im Rahmen einer bereits gescheiterten Verteidigungsaktion und behaupte die Präsenz des ukrainischen Militärs an Orten, an denen es gar keine gebe.

Russland warf Kiew außerdem vor, bei seinen Angriffen zunehmend Zivilisten ins Visier zu nehmen. Nach Angaben Moskaus wurden während der russischen Feiertage vom 1. bis 11. Januar bei ukrainischen Angriffen in Russland bis zu 45 Menschen getötet, darunter drei minderjährige Kinder.

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