Saudi-Arabien verteidigt nach Kritik aus USA Öl-Drosselung in OPEC+

Saudi-Arabiens Außenminister Faisal bin Farhan verteidigt die Öl-Förderkürzungen. US-Präsident Joe Biden hatte die Entscheidung zuvor scharf kritisiert.

Nach der Kritik aus den USA an Saudi-Arabien hat das Königreich die geplante Förderkürzung der Ölallianz Opec+ für November verteidigt. Der Beschluss sei aus "rein wirtschaftlichen" Gründen gefällt worden, sagte der saudische Außenminister Faisal bin Farhan am Dienstagabend dem Nachrichtensender al-Arabiya. US-Präsident Joe Biden hatte Saudi-Arabien zuvor wegen der geplanten Kürzung der Erdölförderung durch die OPEC+ mit "Konsequenzen" gedroht.

Er werde mit dem US-Kongress über die nächsten Schritte beraten. Die Angebotsverknappung würde den Ölpreis hochtreiben, wovon – aus Sicht der USA – Moskau profitieren würde, das mit dem Erlös Militäroperationen in der Ukraine weiterfinanzieren könne.

"Die OPEC+-Staaten haben verantwortungsvoll gehandelt und die passende Entscheidung getroffen." Es gehe dabei um die Stabilität des Marktes, sagte der saudische Außenminister bin Farhan.

US-Senatoren aus Bidens Demokratischer Partei hatten die weitgehende Einstellung der militärischen Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien gefordert, da das Land mit der Zustimmung zur Förderkürzung Russlands Militäroperation in der Ukraine unterstütze.

Saudi-Arabien ist für die USA nicht mehr als eine Ölquelle und damit nebenbei der Garant für das US-Petrodollar-System im Welthandel. Biden hat auf der Basis dieser Tradition die Saudi-Führung vergeblich mehrfach dazu gedrängt, zwecks einer gezielten Senkung der weltweiten Ölpreise noch mehr Öl zulasten von Russlands Exportvolumen in den Weltmarkt zu pumpen.

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