Elon Musk: RT hat einige gute Argumente

Elon Musk, Gründer von Tesla und SpaceX, wehrte sich dagegen, auf seinem Internetdienst Starlink die IP-Adressen von RT und Sputnik zu blockieren. Dies geht aus veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor. Die Sperrung sei nicht mit dem Recht auf Meinungsfreiheit vereinbar.

Bereits im März schrieb SpaceX- und Tesla-Tycoon Elon Musk, dass RT und andere russische Nachrichtenquellen "unterhaltsam" seien und "einige gute Argumente" hätten. Musk weigerte sich trotz des Drucks "einiger Regierungen", die IP-Adressen dieser Seiten für seinen Starlink-Internetdienst zu sperren. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor. 

Eine SMS-Konversation mit dem Investor Antonio Gracias am 5. März belegt, dass Musk "gesagt" wurde, er solle den Zugriff auf die IP-Adressen von RT und "mehreren anderen russischen Nachrichtenquellen" über seinen Satelliten-Internetdienst Starlink sperren.

"Eigentlich finde ich ihre Nachrichten ziemlich unterhaltsam", vertraute Musk Gracias an. "Viel Unsinn, aber auch ein paar gute Argumente", schrieb Musk.

Zuvor hatte Musk auf Twitter bekanntgegeben, dass "Starlink von einigen Regierungen (nicht der Ukraine) angewiesen worden war, russische Nachrichtenquellen zu blockieren". Der Milliardär sagte, dass er dies "nur mit vorgehaltener Waffe" tun würde. Er fügte hinzu: "Es tut mir leid, ein radikaler Vertreter der Meinungsfreiheit zu sein."

Die Europäische Union verbot die Übertragung von RT und Sputnik einige Tage vor Musks Tweet und seiner Konversation mit Gracias. Inmitten der US-Sanktionen gegen Moskau stellte RT America in derselben Woche den Betrieb ein. Google entfernte die Apps von RT und Sputnik aus seinem Play Store, Youtube löschte die Kanäle der Sender.

Gracias unterstützte Musks Forderung nach Meinungsfreiheit und entgegnete, dass er zu 100 Prozent mit der Ansicht des Tesla-Chefs übereinstimme. "Wir sollten es zulassen, weil wir es hassen", antwortete er. Das sei der ausschlaggebende Punkt in der amerikanischen Verfassung. 

Zum Zeitpunkt des Gesprächs baute Musk seine Beteiligung an Twitter aus, mit dem Ziel, das Unternehmen zu kaufen. Im April unterbreitete er ein Angebot. Inzwischen befindet sich Musk jedoch in einem Rechtsstreit mit dem Social Media-Riesen, nachdem er versucht hatte, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen. Musk führte als Grund an, Twitter habe seine Nutzerbasis aufgebläht und sei tatsächlich weniger wert als die 44 Milliarden Dollar, die er zu zahlen bereit war. 

Die Unterhaltung wurde Anfang dieser Woche zusammen mit weiteren Dokumenten, die Auskunft über Musks Konversationen geben, von einem Gericht in Delaware veröffentlicht.

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