Seit Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine haben US-Militärs keinen Kontakt zu ihren Amtskollegen in Moskau. Das erklärte der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Donnerstag bei einer Anhörung des Streitkräfteausschusses im US-Senat.
Austin und Mark Milley, US-General und Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, hätten sich seit Mitte Februar persönlich wiederholt an ihre Partner in Russland gewandt, "um sicherzustellen, dass wir einen Dialog führen." Der Pentagon-Chef fügte hinzu:
"Das war nicht sehr erfolgreich, weil die Russen nicht geantwortet haben."
Austin zeigte sich zwar enttäuscht darüber, hob jedoch hervor:
"Das bedeutet nicht, dass wir aufhören werden, sie anzusprechen. Ich denke, wir müssen in der Lage sein, mit der russischen Führung zu sprechen."
Der US-Verteidigungsminister war vor den US-Senat geladen worden, um Fragen zum beantragten Pentagon-Budget für 2023 zu beantworten, dem größten in der Geschichte der USA.
Bei einer Pressekonferenz am 30. März räumte Pentagon-Sprecher John Kirby ein, dass es "keine Gespräche" mit dem russischen Militär gegeben habe. Er erklärte aber, dass das Pentagon "bereit sei, diese Gespräche zu führen", nachdem ein Reporter gefragt hatte, ob Washington "in Kontakt" mit der russischen Militärführung stehe. Kirby fügte hinzu:
"Das ist eine Straße, die in beide Richtungen führt. Die Russen müssen bereit sein, den Hörer abzunehmen. Und bisher waren sie dazu nicht bereit."
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