Mit der Klage soll die Regierung Australiens unter Druck gesetzt werden, schnellere Maßnahmen zu ergreifen und die Kohlenstoffemissionen stärker zu reduzieren, um die Bewohner der Torres-Strait-Inseln zu schützen. Sie sehen sich an vorderster Front der Klimakrise.
Anwälte, die Landbesitzer auf der Inseln Boigu und Saibai vertreten, die am stärksten von der Klimaveränderung betroffen sein werden, fordern die Regierung auf, die Kohlenstoffemissionen auf ein Niveau zu senken, das die Bürger davon bewahrt, zu heimatlosen Klimaflüchtlingen zu werden.
Die Rechtsvertreter der Insel argumentieren, dass die Torres-Strait-Inseln unbewohnbar werden, wenn die globalen Temperaturen um mehr als 1,5 Grad Celsius steigen. Nach einer Einschätzung der Vereinten Nationen werden die Temperaturen bis zum Jahr 2100 weltweit um 2,7 Grad Celsius ansteigen.
In der Torres-Straße leben weniger als 5.000 Menschen auf 274 niedrig gelegenen Inseln zwischen Australiens Festland und Papua-Neuguinea. Es ist vermutlich die erste Klage australischer Ureinwohner gegen den Klimawandel.
Der Inselbewohner Paul Kauai fasst zusammen:
"Wenn man uns unser Heimatland wegnimmt, wissen wir nicht mehr, wer wir sind. Wir haben eine kulturelle Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das nicht passiert. Klimaflüchtlinge zu werden bedeutete, alles zu verlieren."
Die Klage wurde am selben Tag eingereicht, an dem der australische Premierminister Scott Morrison im Vorfeld des Weltklimagipfels COP26 zugesagt hat, dass das Land bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen will. Der Plan des australischen Regierungschefs zielt darauf ab, das Netto-Null-Emissionsziel auf eine "praktische Art und Weise" zu erreichen, die die Emissionen neutralisiert und gleichzeitig die fossilen Brennstoffsektoren des Landes nicht lahmlegt.
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