Die Stadtverwaltung Islamabads hat in der Nacht zum Freitag private Hotels angewiesen, alle in den nächsten drei Wochen verfügbaren Zimmer für die erwartete Anzahl von Tausenden evakuierenden Menschen in der pakistanischen Hauptstadt zu reservieren.
Ebenfalls sagten Vertreter der pakistanischen Zivilluftfahrtbehörde gegenüber lokalen Medien, dass afghanische Dolmetscher und andere Menschen, die mit den NATO-Truppen zusammengearbeitet hatten und jetzt um eine Evakuierung bemüht seien, nach Pakistan gebracht würden. Vorkehrungen wären getroffen worden, all jene eintreffenden Personen in der Hafenstadt Karachi, der Stadt Peshawar im Nordwesten und in einigen anderen Städten in der Zentralprovinz Punjab für eine gewisse Zeit unterzubringen.
Die Machtübernahme der Taliban aufgrund des Rückzugs aus Afghanistan seitens der westlichen Kräfte lässt befürchten, dass Racheakte an den Helfern der sich zurückziehenden Streitkräfte und anderer Organisationen verübt werden könnten. Aus diesem Grund wurden bereits Zehntausende über den Flughafen in Kabul außer Land gebracht.
Die meisten Länder haben ihren Evakuierungseinsatz bereits eingestellt, da auch die US-Armee ihren Militäreinsatz am Dienstag in Afghanistan beenden wird. Verschiedene Länder wollen jedoch noch auf anderem Wege für eine sichere Ausreise schutzbedürftiger Menschen sorgen. Seit Beginn des Evakuierungseinsatzes haben sich am Flughafen Kabul dramatische Szenen abgespielt, weil Tausende Menschen auszureisen versuchten.
Am Donnerstag wurden dort bei Bombenanschlägen weit über einhundert Personen getötet.
(RT/dpa)
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