Australisches Gericht schreibt Anerkennung der Rechte zukünftiger Generationen vor

Bei der Genehmigung einer Kohlenmine muss die australische Regierung die möglichen Schädigungen kommender Generationen berücksichtigen, heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichts. Jedes Kind muss damit rechnen, wenigstens einmal an Hitzestress zu leiden.

Das australische Bundesgericht in Melbourne hat am Donnerstag einen Beschluss zu einer Klage gegen die Erweiterung einer Kohlenmine gefasst. Es schrieb der Regierung vor, bei der Genehmigung einer Mine die Rechte künftiger Generationen zu beachten. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag.

Acht Teenager und eine alte Nonne hatten im September 2020 mit einer Klage erreichen wollen, dass das Bundesgericht eine Genehmigung einer erweiterten Kohlenmine durch das Umweltministerium verhindert. Dem wurde nicht stattgegeben. Doch Richter Mordecai Bromberg sagte, dass die abzusehenden Schäden für künftige Generationen bei der Genehmigung beachtet werden müssen.

Eine der Klägerinnen, die 17-jährige Ava Princi, sagte der Zeitung The Guardian, sie sei sehr froh, dass das Gericht diesen Präzedenzfall geschaffen hat. "Meine Zukunft und die Zukunft aller jungen Menschen hängt davon ab, dass Australien sich von Projekten für fossile Brennstoffe zurückzieht und gemeinsam mit der Welt die entscheidend wichtigen Klimaschutzmaßnahmen ergreift."

Dem Gericht waren Berichte über schwerwiegende Folgen der Erderwärmung für Gesundheit und Befinden von Menschen vorgelegt worden. In dem Beschluss heißt es, diese Folgen können durchaus als "katastrophal" gewertet werden. Jedes der einen Million Kinder in Australien müsse wenigstens einmal im Leben damit rechnen, wegen Hitzebelastung in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Die Klage war gegen die Erweiterung einer Mine von Whitehaven Coal Ltd. in New South Wales gerichtet.

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