Russlands Vorschlag abgelehnt: NATO will Militärmanöver trotz Corona-Pandemie nicht einstellen

Die NATO hat den Vorschlag Moskaus abgelehnt, militärische Übungen während der COVID-19-Pandemie gegenseitig auf Eis zu legen. Russland nannte die Antwort "enttäuschend" und betonte, Moskau könne sich keine "einseitigen Zugeständnisse" an die NATO leisten.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hatte dem NATO-Chef Jens Stoltenberg vorgeschlagen, die militärischen Übungen inmitten des andauernden COVID-19-Ausbruchs zu stoppen. Er nannte dies einen "konstruktiven, positiven und beruhigenden Schritt". Die NATO habe diese Idee abgelehnt, berichtete die russische Wirtschaftszeitung Kommersant am Dienstag.

Die Übungen der NATO seien rein defensiv, verhältnismäßig und entsprechen in vollem Maße den internationalen Verpflichtungen der Militärallianz, sagte die NATO-Sprecherin, Oana Lungescu.

Unsere verstärkte Präsenz im östlichen Teil des NATO-Raumes ist die Reaktion auf die Anwendung der militärischen Gewalt durch Russland gegenüber seinen Nachbarn sowie auf den Aufbau des militärischen Potenzials im und außerhalb des Ostseeraumes.

Der stellvertretende russische Außenminister, Sergej Rjbakow, nannte die Reaktion der NATO "enttäuschend". Die Organisation habe sich "auf ihre erstarrten Positionen zurückgezogen", betonte er.

Vergangene Woche hatte Lawrow angekündigt, dass Russlands Militär "seine Übungen zurückschraubt und keine Übungen in der Nähe der NATO-Grenzen plant".

In der Zwischenzeit hat die NATO das "Defender Europe 2020" – Militärmanöver aber nicht eingestellt – obwohl auch es erheblich eingeschränkt wurde. Ursprünglich hätte die Übung mit über 37.000 Soldaten die größte gemeinsame Übung des Bündnisses auf dem europäischen Kontinent seit dem Zweiten Weltkrieg darstellen sollten. Das Manöver soll am 5. Juni beginnen.

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