Im Prozess um die Autoattacke auf den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen ist der Angeklagte Maurice P. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Kassel sprach den heute 31-Jährigen am Donnerstag wegen 88-fachen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und in einem Fall wegen versuchten Mordes sowie des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig.
Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Am Ende der Haftzeit wird demnach die Gefährlichkeit des Täters in einer weiteren Hauptverhandlung geprüft. Dabei wird auch das Verhalten in der Haft berücksichtigt und ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Führerschein und Fahrzeug des Mannes werden eingezogen.
Der Mann war nach Überzeugung des Gerichts am 24. Februar 2020 vorsätzlich mit einem Auto in den Karnevalsumzug in Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) gefahren und hatte dabei mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, teilweise schwer verletzt. Der Angeklagte schwieg in dem Verfahren vor dem Landgericht beharrlich, bis zuletzt blieb unklar, warum er die Tat begangen hatte.
Staatsanwaltschaft und Nebenklägervertreter hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe mit dem Vorbehalt anschließender Sicherungsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidigung hatte für eine mildere Strafe als die geforderte Höchststrafe plädiert, da es sich um versuchten und nicht vollendeten Mord gehandelt habe.
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(rt de/dpa)