Euro verliert immer stärker an Wert – Inflation so hoch wie seit 28 Jahren nicht mehr

Die Kursverluste für den Euro werden immer dramatischer. Das hemmungslose Gelddrucken der EZB und die Corona-Krise beflügeln eine Rekordinflation. Der Preisanstieg ist im Oktober laut offiziellen Angaben mit 4,5 Prozent bereits auf den höchsten Stand seit 28 Jahren gestiegen.

EZB-Chefin Christine Lagarde ist zur größten Geldschöpferin ohne Gegenwert in der Geschichte geworden, wie ntv berichtet. Die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank hat inzwischen die unglaubliche Marke von acht Billionen Euro deutlich überstiegen – das sind 8000 Millarden Euro. Zum Vergleich: die höchste Haushaltssumme der bundesdeutschen Geschichte – im Haushalt für dieses Jahr – beträgt 498,62 Milliarden Euro.

In der vergangenen Woche erreichte die Bilanz der EZB sogar eine Rekordsumme von 8,38 Billionen Euro. Seit Beginn der Corona-Krise wuchs die Geldmenge in nur 21 Monaten um 3,6 Billionen Euro, hat sich also fast verdoppelt. Die EZB druckt unter Lagarde, die seit 2019 im Amt ist, jeden Monat 171 Milliarden Euro digitales Geld, an jedem einzelnen Tag sind das 5,7 Milliarden. Die Auswirkungen auf die Stabilität des Euro bleiben nicht aus: Am Dienstag lag der Wechselkurs unterhalb von 1,14 Dollar. Am Montagabend ist der Euro bis auf 1,1357 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2020 gefallen, so berichtet die FAZ.

Das befeuert einerseits die Kurse an den Aktien- und Immobilienmärkten – die dadurch ungerechtfertigt steigen. Anderseits erreicht die Inflation seit Jahresbeginn schwindelerregende Höhen. Die deutsche Inflationsrate ist allein im Oktober mit 4,5 Prozent auf den höchsten Stand seit 28 Jahren gestiegen – ein Trend, der nicht so schnell aufzuhalten ist. Verbraucher und Sparer merken das am meisten, und die Wut in der Bevölkerung über steigende Preise wächst.

Aus der Politik werden nach langem Unter-den-Teppich-Kehren kritische Stimmen an der EZB-Politik laut. Selbst in der deutschen Finanzelite geht man immer stärker auf Distanz zur Geldpolitik der EZB – zuletzt verkündete der Bundesbank-Präsidenten und Inflationskritiker Jens Weidmann seinen Abschied. 

Auch im EU-Parlament brodelt es gegen Lagarde. Nachdem die Französin monatelang die Inflation als ein "kurzfristiges", "vorübergehendes", aus "Sondereffekten" resultierendes Phänomen bezeichnet hatte, gestand sie vor den Parlamentariern nun ein, dass "die Phase erhöhter Inflation im Euroraum" wohl mehr als nur eine Phase sei. Sie sagte:

"Der Rückgang wird länger dauern als ursprünglich gedacht."

Lagarde wurde bei ihrer Anhörung vom CSU-Abgeordneten Markus Ferber, dem währungspolitischen Sprecher der größten Parlamentsfraktion EVP, nicht mit Samthandschuhen angefasst: Denn die Bürger verlören allmählich das Vertrauen, wenn ihnen durch hohe Inflation "Monat für Monat Geldwert geraubt" werde.  Konkret wird Lagarde eine kalkulierte Interessenpolitik vorgeworfen: So wolle sie gezielt Frankreich und den EU-Südstaaten deren hohe Staatsverschuldungen durch eine Nullzinspolitik mitsamt den permanenten Anleihekäufen refinanzieren – Zahlen darf das der Verbraucher, der Steuerzahler und der Sparer.

Laut Finanzexperten wie Markus Krall oder Dirk Müller drohe im schlimmsten Fall eine Hyperinflation oder gar eine Stagflation. Ein Blick in die Geschichte auf das Jahr 1923 lässt dabei nichts Gutes erahnen – auch nicht für die politischen Verhältnisse.

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