YouTube löscht Kanäle von RT DE und Der Fehlende Part

Am Dienstagnachmittag hat YouTube die Kanäle von RT DE und Der Fehlende Part wegen angeblicher "schwerer oder wiederholter" Verstöße gegen die Gemeinschaftsrichtlinien gelöscht. Der Schritt erfolgte ohne jegliche Vorwarnung.

Ohne Vorwarnung hat YouTube am Dienstagnachmittag die Kanäle von RT DE und Der Fehlende Part gelöscht. Als Grund dafür führt das Videoportal angebliche "schwere oder wiederholte" Verstöße gegen die Gemeinschaftsrichtlinien an. Damit ist der Kanal von RT DE mit 614.000 Abonnenten und mehr als 547 Millionen Zugriffen nicht mehr erreichbar. Ein Sprecher von YouTube bestätigte die Löschung und erklärte:

"YouTube hat klare Gemeinschaftsrichtlinien, die festlegen, was auf der Plattform erlaubt ist. RT DE wurde eine Verwarnung für das Hochladen von Inhalten ausgesprochen, die gegen unsere COVID-19-Richtlinie über medizinische Falschinformationen verstoßen. Dies führte zur Aussetzung ihrer Videoveröffentlichungsrechte. Während der Aussetzung der Rechte versuchten die Kanaleigentümer, die Beschränkungen zu umgehen, indem sie einen anderen Kanal benutzten; infolgedessen wurden beide Kanäle wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube geschlossen."

Erst am 21. September, unmittelbar vor der Bundestagswahl am 26. September, hatte RT DE einen sogenannten Strike bekommen, sodass auf dem Kanal eine Woche lang keine Videos hochgeladen werden konnten. Diese Sperre hätte am 29. September geendet, doch stattdessen löschte YouTube nun sowohl den Kanal von RT DE als auch den vermeintlichen Ausweich-Kanal Der Fehlende Part. Dass dies ohne Vorwarnung erfolgte, begründete der YouTube-Sprecher wie folgt:

"Während dieser Suspendierung hat RT DE versucht, diese Einschränkung zu umgehen, indem sie einen anderen YouTube-Kanal für den Upload ihrer Videos nutzten."

Die beanstandeten Beiträge sollen medizinische Fehlinformationen in Bezug auf COVID-19 enthalten haben. Obwohl die Beiträge teilweise mehrere Monate alt waren, hat YouTube diese erst kurz vor der Bundestagswahl beanstandet.

Zuletzt hatten mehrere Mainstream-Medien und Organisationen eine Kampagne gegen RT DE geführt, in deren Verlauf behauptet wurde, dass eine "Beeinflussung der Wahlen" in Deutschland drohe.

So äußerte das Magazin Politico nach seiner Übernahme durch den Springer-Verlag tiefe Besorgnis über das enorme Wachstum von RT DE auf YouTube und Twitter. Das Magazin beanstandete beispielsweise, dass RT DE im Bereich News und Politik im August 2021 bei Nachrichtenkanälen auf Platz 5 der Videoaufrufe lag. Auch medium.com, das Transatlantik-Bündnis Alliance for Securing Democracy und die NZZ sprangen auf die Kampagne auf.

RT-Chefin Margarita Simonjan hat auf die Löschung der YouTube-Kanäle mit Empörung reagiert. Sie sagte, dass Deutschland Russland den "medialen Krieg" erklärt habe, und äußerte die Erwartung, dass Moskau auf den Schritt mit Konsequenzen gegen die Deutsche Welle sowie die Büros von ARD und ZDF in Russland reagieren wird.

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