Bericht: Funktionäre der Union wollen CSU-Chef Söder zu Jamaika-Verhandlungen drängen

Nach schlechten Resultaten bei der Bundestagswahl läuft in der Union ein Machtkampf. Die Kritik an CDU-Chef Armin Laschet wird immer lauter. Laut einem Bericht von "RND" gibt es in der Union nun wohl Bestrebungen, CSU-Chef Markus Söder zu Jamaika-Verhandlungen zu drängen.

Der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet gerät mehr und mehr unter Druck. Nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl mehren sich die Stimmen in der Union, auch personelle Konsequenzen aus dem Debakel zu ziehen. Nun berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass es innerhalb der Union Bestrebungen geben soll, CSU-Chef Markus Söder dazu zu drängen, den Grünen und der FDP Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition anzubieten. Im Falle der Bildung einer Koalition soll sich Söder demzufolge für die Wahl zum Bundeskanzler aufstellen lassen. Das RND gehört zur MADSACK Mediengruppe, an der auch die SPD beteiligt ist.

Obwohl die Union bei der Wahl am Sonntag auf 24,1 Prozent abstürzte, hofft Laschet immer noch, mit einem Bündnis aus Grünen und FDP ins Kanzleramt einziehen zu können. Doch nach dem Wahldebakel ist der Unmut in der Union groß. Zumal laut Wahlforschern CDU und CSU größere Chancen auf einen Wahlsieg gehabt hätten, wenn Söder der Spitzenkandidat gewesen wäre. Vereinzelt wurden bereits Rufe laut, die Laschets Rücktritt fordern. 

Es gibt allerdings auch Medienberichte, wonach der CSU-Chef praktisch längst aufgegeben hätte. Laut einem Bericht von n-tv soll Söder in einer internen Sitzung der CSU-Landesgruppe in Berlin gesagt haben, dass alles auf eine Ampel hinauslaufe und dann werde es "nicht mal Verhandlungen über Jamaika" geben. SPD, Grüne und FDP würden ihre Koalition realisieren, so der bayerische Ministerpräsident dem Bericht zufolge.

Für Dienstagabend ist die Neuwahl des Unionsfraktionschefs im Bundestag geplant. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa sollen die Chefs von CDU und CSU nach einer einvernehmlichen Lösung suchen, die alle mittragen könnten. Damit soll eine Kampfkandidatur bei der Abstimmung verhindert werden. Neben dem bisherigen Fraktionschef Ralph Brinkhaus war in der Diskussion, auch Jens Spahn, Norbert Röttgen und Friedrich Merz für das Amt ins Rennen zu schicken.

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hatte noch am Wahlabend bekräftigt, dass er eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen anstrebt – mit denen auch die SPD regieren möchte. Sollte es ihm nicht gelingen, eine Jamaika-Koalition zu bilden und die Union in der Opposition landen, wäre der Posten des Fraktionsvorsitzenden einer der mächtigsten in der Union.

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