Ausgangssperre: Geteiltes Echo in der Bevölkerung

Seit Freitag gilt in Deutschland eine einheitliche Ausgangssperre – erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie greift ab einer Sieben-Tage-Inzidenz 100 pro 100.000 Einwohner, was derzeit in großen Teilen des Landes der Fall ist. Die Bevölkerung ist dabei tief gespalten.

Es wird still in Deutschland – vor allem nach 22 Uhr. Seit Freitag gelten im gesamten Bundesgebiet einheitliche Ausgangssperren, die dann greifen, wenn in einem Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz auf über 100 pro 100.000 Einwohner steigt. Die Meinungen über die Wirksamkeit dieser Maßnahme gehen weit auseinander, sowohl in der Bevölkerung als auch auf höherer Ebene.

In Düsseldorf äußerte sich ein Passant:

"Ich find' das 'ne gute Maßnahme, es ist natürlich schwer für alle Betroffenen, aber ich denke, um die Pandemie einzudämmen ist das natürlich der richtige Schritt." 

Ein Essenzusteller sah das ganz anders:

"Mit normalen Menschenverstand ist das alles nicht zu rechtfertigen! Warum dürfen Leute generell nicht mehr abends raus?"

Auch in Berlin gab es unterschiedliche Meinungskundgebungen zur Ausgangssperre, eine "Querdenker-Demo" zog mit Kostümen und Musik durch die Hauptstadt, begleitet von Gegenaktionen, darunter eine Kundgebung der SPD. Dort hieß es:

"Immer wieder kommt es zu Verharmlosung, Relativierung, Leugnung der Corona-Pandemie"

Dabei gibt es auch in der Politik keinen Konsens. Eine Verfassungsbeschwerde legten beispielsweise – wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen – FDP und die Linke ein. 

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