Sputnik V-Produktion in Deutschland

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V könnte demnächst auch in Deutschland produziert werden. Der Russian Direct Investment Fund gab heute bekannt, dass eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Eine EU-Zulassung für Sputnik V steht derzeit noch aus.

Der Russian Direct Investment Fund (RDIF) hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Produktion seines Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland geschlossen. Auch mit Unternehmen in anderen EU-Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien gebe es entsprechende Abkommen, hieß es am Montag in einer Erklärung der russischen Impfstoff-Entwickler.

Bislang ist Sputnik V noch nicht in der EU zugelassen. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) läuft derzeit ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Vakzins gestartet. Dabei werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Sputnik V wäre im Fall eine Zulassung neben den Impfstoffen von AstraZeneca, Johnson & Johnson, Moderna und Pfizer/BioNTech das fünfte Corona-Vakzin mit einer EU-Zulassung.

Letzte Woche hatte sich der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens zu Wort gemeldet und sich für eine Zulassung von Sputnik V in der EU ausgesprochen:

"Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut."

Erst am vergangenen Dienstag hatte die italienisch-russische Handelskammer angekündigt, dass in Italien die erste europäische Produktionsstätte des Vakzins entstehen soll. Im Juni soll demnach die Produktion starten.

Als erstes europäisches Land wird Serbien am 20. Mai mit der Produktion von Sputnik V starten. Das vereinbarten der russische Handelsminister Denis Manturow und der ressortfreie serbische Minister Nenad Popovic am Donnerstag in Moskau. Der serbische Lizenznehmer des russischen Herstellers Gamaleja werde das Torlak-Institut sein, sagte Popovic laut dpa. Das Belgrader Institut ist auf Impfstoff- und Virenforschung spezialisiert. In einem ersten Produktionszyklus könnten in Serbien vier Millionen Dosen des in Russland entwickelten Vakzins erzeugt werden.

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