Bundespressekonferenz: Sind deutsche Labore in der Lage, die neue Coronavirus-Variante nachzuweisen?

Deutschland droht eine Verschärfung des Lockdowns – nicht allein wegen der hohen Inzidenzwerte. Es ist die als besonders ansteckende geltende Coronavirus-Variante B.1.1.7, die derzeit vor allem in Großbritannien und Irland grassiert, vor der die Bundesregierung und die sie beratenden Experten warnen.

Doch laut Professor Hartmut Hengel verfügen die deutschen Labore nicht über die Kapazitäten, um eine Genom-Sequenzierung zum Nachweis der mutierten Variante durchführen zu können.

Wörtlich sagte der Leiter der Virologie der Universität Freiburg: "Wir sind in Deutschland, was die molekulare Überwachung des Coronavirus angeht, wirklich miserabel". Proben würden hierzulande "auf dem Niveau eines Entwicklungslandes" ohne repräsentative Probenerfassung sequenziert.

Dazu fragte RT DE-Redakteur Florian Warweg auf der Bundespressekonferenz am Freitag in Berlin nach und wollte vom Bundesgesundheitsministerium wissen, wie viele Labore in Deutschland zu einer entsprechenden Sequenzierung in der Lage sind.

Der Sprecher des Ministeriums Hanno Kautz antwortete, dass ihm "die genaue Zahl" nicht vorliege.

"Aber Sie wissen, dass wir an einer Verordnung zur Genom-Sequenzierung arbeiten, die Anfang kommender Woche fertig sein soll. Es ist nicht so, dass keine Virenproben sequenziert würden momentan."

Anders als in anderen Ländern werde es in Deutschland bislang nicht strukturiert gemacht, "aber wir werden es strukturieren", kündigte Kautz an.  

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