EU-Spitzendiplomat spricht sich gegen anti-chinesische Hetze aus und bedankt sich bei Peking

Josep Borrell, der Spitzendiplomat der Europäischen Union, hat sich gegen Versuche gewehrt, die Corona-Epidemie China anzulasten. Jetzt sei nicht der Zeitpunkt für solche Vorwürfe. Zudem bedankte er sich bei der chinesischen Regierung.

Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, hat am Montag erklärt, dass jetzt nicht die Zeit sei, sich mit Ausdrücken wie "chinesischer Virus" - eine derzeit von US-Präsident Donald Trump gerne benutzte Floskel - gegenseitig zu beschuldigen. Das berichtete die chinesische Agentur Xinhua. Zudem erklärte er, dass die chinesische Hilfe willkommen sei, sowohl in Italien als auch allgemein in Europa.

Wir werden weiterhin ein verlässlicher Partner sein, der die Zusammenarbeit dem Wettbewerb vorzieht. Jetzt ist nicht die Zeit, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, eine Krankheit oder ein Virus oder ein 'chinesisches Virus' zu benutzen oder zu versuchen einander die Verantwortung dafür zu geben", erklärte Josep Borrell nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister.

Seitdem die Corona-Pandemie in Europa und den Vereinigten Staaten wütet, haben einige Vertreter der USA in den letzten Tagen öffentlich Ausdrücken wie "chinesischer Virus" gebraucht - allen voran Trump. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Vereinigten Staaten wurde dies heftig kritisiert.

Wir müssen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit festigen. Dies ist die Zeit, um den Multilateralismus zu stärken, um Energien zu bündeln und gemeinsam einer Bedrohung für die gesamte Menschheit zu begegnen", sagte Borrell.

Und fügte hinzu, dass China zu Beginn das am stärksten betroffene Land war und die Europäer "viel Hilfe nach China schickten, weil wir zu dieser Zeit die Ressourcen hatten und China die Notwendigkeit und wir deshalb China halfen". Heute sei die Lage umgekehrt:

Jetzt befindet sich China in der Situation, dass es die Hilfe, die wir China vor einigen Wochen gegeben haben, zurückgeben kann. Und jede Hilfe ist willkommen", sagte er.

Borrell sagte auch, dass die EU ihre Reaktion auf die Pandemie nun besser koordiniert habe:

Sicherlich müssen wir die europäische Solidarität stärken."

Er merkte an, dass es zu Beginn Vorfälle gegeben habe, bei denen es einige Staaten nicht zugelassen hätten, medizinische Ressourcen an Nachbarstaaten zu liefern. Dieses Problem sei nun überwunden worden.