Ex-NATO-Kommandeur Wesley Clark im Kosovo: Russland ist eine Bedrohung für den Balkan

Der ehemalige NATO-General Wesley Clark sieht eine Bedrohung für den Balkan aufkommen - Russland. Jeder Zeit könnte der russische Präsident Putin demnach eine Krise entfachen. Die Präsenz der NATO im Kosovo fördert indes den Frieden und Stabilität in der Region.

Der pensionierte US-General Wesley Clark, der 1999 während des völkerrechtswidrigen Angriffs auf das damalige Jugoslawien Oberbefehlshaber des transatlantischen Militärbündnisses war, weilte dieser Tage in der abtrünnigen serbischen Provinz Kosovo. Er nahm an Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestags seit dem Einmarsch der NATO-Soldaten in das Kosovo teil. Pristina zelebriert dies als "Befreiung". Neben ihm waren auch der damalige US-Präsident Bill Clinton und die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright anwesend.

Präsenz der NATO im Kosovo bringt Frieden und Stabilität

In einem Interview mit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt des Kosovo RTK sagte der pensionierte US-General, dass das Risiko eines neuen Krieges auf dem Balkan durchaus bestehe. Die Präsenz der NATO im Kosovo sei ein "wichtiges kontinuierliches Engagement", das den Frieden und die Stabilität auf dem Balkan fördere. Zugleich warnte er aber, dass sich eine Bedrohung durch Russland für die Region abzeichne.

Es dreht sich um Herrn Putin, der eine Möglichkeit bekommen könnte... Es ist so etwas wie eine Krise im Ruhe-Modus, so etwas wie eine Möglichkeit, die er auf die Seite schiebt und jederzeit, wenn er eine Krise braucht, dann kann er die Krise entfachen. Vielleicht hier, vielleicht in der Ukraine oder im Baltikum", so der 74-Jährige.

Laut dem ehemaligen US-General "lauert" der russische Präsident Wladimir Putin nur "auf seine Chance". Für ihn sei ganz selbstverständlich, dass das Kosovo eine eigene reguläre Armee habe. "Es ist ganz natürlich, dass ein unabhängiges Land auch seine eigenen Streitkräfte hat." In Serbien löste wiederum die Transformation der bisherigen Schutztruppe im Kosovo, das sich im Jahr 2008 einseitig für unabhängig erklärt hat, für Empörung und scharfe Kritik. Belgrad sieht dadurch die serbische Bevölkerung in seiner abtrünnigen Provinz, etwa 120.000 Menschen, bedroht.