Finnlands Präsident erwägt NATO-Beitritt

Finnland will die Möglichkeit eines Beitritts zur NATO im Auge behalten. Das erklärte Präsident Sauli Niinistö auf einem Seminar zu Internationalen Angelegenheiten. Sein Land verstehe sich als enger Verbündeter des Paktes. Ein Beitritt würde aber nicht automatisch die Beteiligung an allen Initiativen bedeuten.

Der Präsident Finnlands Sauli Niinistö hat auf einer Veranstaltung des Finnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten einen Beitritt zur NATO erwogen. Das Land, das sich als enger Verbündeter des Bündnisses versteht, werde dessen Entwicklung aufmerksam verfolgen, sagte er. Das meldet die Nachrichtenplattform euractiv.de am Freitag.

Niinistö fügte hinzu, dass Finnland die EU zu einem mächtigeren globalen Akteur in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit machen könne. Er lobte das "dichte Netz" von Verteidigungs- und Sicherheitspartnerschaften mit anderen Ländern in Nordeuropa und mit den USA sowie die vertiefte Zusammenarbeit mit Frankreich und Großbritannien.

Finnland würde sich mit einem Betritt nicht automatisch an allen Initiativen der NATO beteiligen. Es wolle seine "Interoperabilität mit ausgewählten Partnern" verbessern, fügte der Präsident hinzu.

Auf der Veranstaltung sprach der Präsident auch über das Verhältnis von EU und Russland, das er als "verkümmert" bezeichnete. Trotz der "echten Differenzen" zwischen beiden Seiten forderte er einen Dialog im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Dialog stehe dabei nicht in Widerspruch zu Entschlossenheit. Sauli Niinistö wörtlich:

"Aus der finnischen Erfahrung heraus kann ich Ihnen versichern, dass beide Elemente in dieselbe Gleichung passen können. Unsere Beziehungen zu Russland beruhen auf einem aktiven, geradlinigen Dialog."

Mehr zum ThemaFinnlands Regierung sagt Nein zu Ausgangssperren in mehreren Städten