Syrien: Mehrere Angriffe von protürkischen Rebellengruppen auf Zivilisten

In den letzten Tagen haben protürkische Rebellengruppen in Syrien mehrere Angriffe auf zivile Siedlungsgebiete durchgeführt, wie ein russisches Beobachtungszentrum mitteilte. Israel soll einen Luftangriff geflogen sein.

Ein humanitärer Korridor in der syrischen Provinz Aleppo ist während Zusammenstößen zwischen von der Türkei kontrollierten bewaffneten Gruppen unter Mörserbeschuss geraten. Das erklärte der stellvertretende Leiter des russischen Zentrums für Versöhnung der gegnerischen Parteien in Syrien, Wadim Kulit. Er teilte mit:

"Gestern wurden ein humanitärer Korridor und der Kontrollpunkt Abu Zeidin in der Nähe der Stadt al-Bab im Gouvernement Aleppo während der Zusammenstöße zwischen den bewaffneten Gruppen unter türkischer Kontrolle mit Mörsergranaten beschossen."

Er fügte hinzu, dass solche Vorfälle eine Bedrohung für die Bewegungen der Zivilbevölkerung darstellten. Zudem richtete er sich an die türkische Armee:

"Das russische Versöhnungszentrum fordert die Kommandeure der türkischen Armeeeinheiten, die syrische Gebiete kontrollieren, auf, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und die freie und sichere Bewegung der Menschen entlang der humanitären Korridore in Übereinstimmung mit den bestehenden Vereinbarungen zu gewährleisten."

Zudem sollen Rebellen 24 Mörser auf Siedlungen in der Provinz Hama geschossen haben. Dabei seien elf Zivilisten verwundet worden, einschließlich eines Kindes.

Am Mittwoch vermeldete die amtlich syrische Nachrichtenagentur SANA, dass bei Angriffen von aus der Türkei unterstützten Gruppen auf einer Fernstraße im Norden der Stadt Raqqa eine Person starb und drei weitere verletzt wurden.

Kulit vermeldete auch den Abschuss mehrerer Raketen durch die syrischen Luftverteidigungskräfte, die israelische F-16-Kampfflugzeuge am Montagabend auf syrisches Territorium abgefeuert hätten. Die israelischen Kampfflugzeuge seien in Syrien durch die von den Vereinigten Staaten kontrollierte Zone in At-Tanf eingedrungen und hätten Ziele im Südosten Aleppos gefeuert. Das syrische Außenministerium verurteilte die israelische Operation als "terroristischen Angriff".

Das russische Versöhnungszentrum erfüllt auch nach dem Ende des russischen Militäreinsatzes in Syrien die ihm zugewiesenen Aufgaben. Die Offiziere des Zentrums reisen regelmäßig durch die von den islamistischen Aufständischen befreiten Gebiete des Landes, um die humanitäre Situation zu beurteilen. Die Hauptanstrengung des russischen Militärs konzentriert sich nun auf die Unterstützung der Flüchtlinge, die in ihre Häuser zurückkehren, und die Evakuierung von Zivilisten aus den Deeskalationszonen.

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