Duterte an sein Militär: Wenn ihr unzufrieden mit der Regierung seid, dann putscht sie weg

Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte hat seinen Streitkräften nahegelegt, bei Unzufriedenheit mit dem Establishment einen Putsch durchzuführen. Das gelte auch, wen sie an seinen Führungsqualitäten zweifeln. Wer versagt, solle getötet werden.

"Lasst alle Politiker fallen, auch mich. Ich kann immer zum Schwimmen nach Hause, nach Davao gehen", sagte Duterte am Donnerstag während der Vereidigung neu ernannter Regierungsbeamter in Malacanang. Er forderte das Militär erneut auf, nicht zu zögern, ihn von der Macht zu drängen, sollten sie an seinen Führungsqualitäten zweifeln.

Das Hauptproblem bei Meutereien ist laut Duterte, dass Militärputsche in der Regel nur zur Ernennung erfahrener Oppositioneller auf den ersten Sitzen führen. Anstatt also Zeit und Mühe zu "verschwenden", schlug der Präsident vor, sollten die potenziellen militärischen Putschisten etwa ein Dutzend "kluge junge Führer" auswählen und die "Besten" zur Führung der Philippinen einsetzen.

Wenn Du versagst, werden wir Dich töten. Wenn Du Dich gut anstellst, werden wir Dein Gehalt jährlich erhöhen.

Die jungen Nachwuchskräfte sollten ein gutes Gehalt erhalten und für ihre Bemühungen belohnt werden, müssen sich aber bewusst sein, dass sie nicht lange leben werden, wenn sie ihre neu gewonnene Macht missbrauchen. Davon ist Duterte überzeugt.

Es war nicht das erste Mal, dass der Präsident es wagte, die politische Zukunft auf den Philippinen durch das Militär bestimmen zu lassen. Ähnliche Bemerkungen machte er erst im September letzten Jahres.

Das südostasiatische Land im Westpazifik erlebte mehr als ein Dutzend Putschversuche seit dem Sturz von Präsident Ferdinand Marcos 1986, der einige Zeit unter Kriegsrecht als Diktator regierte. Die jüngsten Machtergreifungsversuche wurden während der Präsidentschaft von Gloria Macapagal Arroyo vor mehr als einem Jahrzehnt geplant.

Gegenwärtig ist Senator Antonio Trillanes, ein ehemaliger Offizier der Marine, die wichtigste Oppositionsfigur des Landes. Dutertes Regierung glaubt, dass er an den gescheiterten Putschversuchen während der Meuterei von Oakwood im Jahr 2003 und der Hotelbelagerung auf der Halbinsel Manila von 2007 beteiligt war. Vom ehemaligen Präsidenten Benigno Aquino III. wurde Trillanes für sein Fehlverhalten begnadigt, was Duterte nun anficht.