Rückschritt für Menschenrechte: Afghanistan führt Burka-Pflicht ein

Medienberichten zufolge haben die Taliban in Afghanistan die Pflicht zum Tragen einer Burka eingeführt. Verstöße dagegen sollen unter Strafe gestellt worden sein.

Wie das ARD-Studio in Neu-Delhi am Samstag meldete, hat die Taliban-Regierung in Afghanistan mit einem Erlass des Taliban-Chefs Hibatullah Achundsada die Frauen im Land faktisch zum Tragen einer Burka verpflichtet. Auch die BBC berichtet heute über die neue Regelung. Wörtlich angeordnet wurde die Pflicht, das Gesicht mit Ausnahme der Augen in der Öffentlichkeit zu verdecken. Dieses Gebot lässt sich praktisch nur durch das Tragen einer Burka umsetzen.

In seinem Erlass empfahl der Taliban-Chef die Burka auch ausdrücklich. Frauen sollten die Ganzkörperbedeckung tragen, "da dies traditionell und respektvoll" sei, erklärte Achundsada. Eine Burka bedeckt auch die Augen der Trägerin mit einer Art Gitter aus Stoff. Der Erlass sieht auch Strafen für Verstöße gegen die neue Kleiderordnung vor.

Kurz nach ihrer Machtübernahme hatten die Taliban eine moderate Regierungsführung versprochen. In den vergangenen Monaten wurden jedoch zahlreiche Freiheiten von Frauen beschnitten. Die ARD erinnert in ihrer Meldung an die einzelnen Rückschritte: Die weiterführenden Schulen für Mädchen wurden zunächst geöffnet, nach wenigen Stunden aber wieder geschlossen. Zehntausende Frauen, die für die Regierung gearbeitet hatten, verloren ihre Jobs. Frauen dürfen das Land zudem nur noch in Begleitung eines männlichen Verwandten verlassen.

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