Bei dem mutmaßlichen Unfall der Bombenbauer sollen nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums 30 Taliban-Kämpfer von ihrer eigenen Bombe zerfetzt worden sein.
Der Sprengsatz sei unbeabsichtigt in einer Moschee im Bezirk Dawlat Abad detoniert, erklärte das Ministerium am Samstag. Sechs der Opfer seien Ausländer. Dawlat Abad befindet sich in der Nordprovinz Balch nordwestlich von Masar-e Scharif. Vertreter der Taliban bestätigten lediglich, dass es eine Explosion gegeben habe. Diese sei aber in einem leeren Raum erfolgt. Opfer habe es demnach keine gegeben. Das erklärte der Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid. Welche Version stimmt, war zunächst unklar.
Autobomben und am Straßenrand versteckte Sprengsätze gehören seit Jahren zum Standard der militanten, islamistischen Taliban im Kampf gegen die Regierung in Kabul. Neben Autobomben und Selbstmord-Bombenträgern am eigenen Körper gab es in den letzten Monaten auch vermehrt Angriffe mit Schnellfeuerwaffen und Kleinraketen. Trotz laufender Friedensverhandlungen der vom Westen unterstützten Regierung nimmt die Gewalt der Taliban nicht ab. Auch die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verübt regelmäßig Anschläge. Nach UNO-Angaben flohen allein im vergangenen Jahr 380.000 Menschen vor den Kämpfen und Anschlägen aus ihren Dörfern. Erst am Samstag berichtete ein Provinzrat in Kunar, bei einem Angriff seien dort fünf Polizisten getötet worden.
In der Südprovinz Kandahar wurden nach Angaben des Innenministeriums zwölf Polizisten verletzt, als ein den Taliban zugeordneter Selbstmordattentäter eine Autobombe in der Nähe eines Kontrollpunktes zündete.
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